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Schüler und Azubis packen gemeinsam an

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Seit Tagen sind die Flügel der Holzpforte zum Keller des Chanofsky-Schlössle in der Brettacher Ortsmitte weit geöffnet. Die Straße vornedran ist gesperrt für die Bauarbeiten. Im Keller wird präzise und konzentriert gearbeitet. Ein Radlader ist im Einsatz. Mit Schubkarren und Schaufeln geht es die Bautreppe hinab, um den Boden auszubauen und herzurichten. Die Neuntklässler der Heilbronner Lindenparkschule und Straßenbau-Azubis aller drei Lehrjahre der  Baufirma Schneider  packen gemeinsam an, um aus dem rund 200 Quadratmeter großen Sandsteingewölbe einen Ort für Kulturveranstaltungen zu schaffen. 

Berufseinstieg erleichtern

Bis Herbst 2015 wurde das Schlössle, Sitz der Gemeindeverwaltung, für knapp drei Millionen Euro saniert. Nur der Gewölbekeller des 400 Jahre alten Gebäudes dümpelte noch feucht und muffig vor sich hin. Das soziale Projekt, das der gemeinnützige Öhringer Verein Jugend und Arbeit vermittelt hat, soll den Keller nun nutzbar machen. "Wir sind seid Frühjahr in der Planung“, erklärt Vereinsvorsitzender Siegfried Lauk, der die Projektbeteiligten zusammengebracht hat. Ziel des Vereins ist, Jugendliche die Arbeitswelt näher zu bringen und zugleich Wissen zu vermitteln. Nach der Teilnahme bekommen sie ein Zertifikat. "Das ist gut für eine Bewerbung“, erklärt Lauk. "Und die Jugendlichen kommen gleich ins Gespräch und können von dem Projekt erzählen.“ Der Verein leiste Basisarbeit, um den jungen Leuten später den Berufseinstieg zu erleichtern

Immer wieder schauen die Bauleiter vorbei, um zu sehen, ob unter der Federführung der fachkundigen Azubis alles läuft. Das tut es, wie Stefan Laufer bestätigt. Nachdem der Boden mit dem Nivelliergerät vermessen wurde und immer wieder auf Unebenheiten untersucht wird, ist inzwischen ein Drainagerohr verlegt worden, das wie eine Rinne das Tropfwasser und die angesammelte Feuchtigkeit im Raum ableitet. Ein von der Brettacher Metallbaufirma Waffenschmid angelieferter Stahlrahmen in L-Form bildet einen sauberen Streifen, der bereits mit Schotter aufgefüllt ist. Schubkarre um Schubkarre befördern die Sprachheil- und hörgeschädigten Schüler Edelkies in den Keller. Er wird gleichmäßig verteilt, bevor die von der Neckarsulmer Firma Benz teilweise gesponserten Pflastersteine verlegt werden können.

Erfahrungen sammeln 


Während die Azubis ihr Fachwissen unter Beweis stellen, lernen die 16 Lindenparkschüler im Rahmen der "Berufsorientierung in der Realschule“. So weiß Marc Schärich aus Tamm, dass etwas Handwerkliches für ihn genau das Richtige ist. Zwar sei die Arbeit anstrengend, "aber man sieht am Ende des Tages, was man gemacht hat“, sagt der 16-Jährige. "Man kann Erfahrungen sammeln und bekommt gute Einblicke ins Berufsleben“, findet Gzim Qurkolli. Etwas Technisches käme für ihn infrage, stellt der Mosbacher fest, nachdem ihm die Fahrt mit dem Radlader sehr gut gefallen hat.

Dank des Einsatzes von Unternehmen, Azubis und Schülern kostet die Aktion maximal 10 000 Euro. "Das Projekt ermöglicht den Ausbau“, unterstreicht Bürgermeister Timo Natter. In Zimmererkluft kommt auch der Langenbrettacher Thomas Sander vorbei, um die Maße für die Treppe zu nehmen. Mit seinen Azubis von der Heilbronner Johann-Jakob-Widmann-Schule wird er den Ausbau unterstützen. "Wenn der Pflasterbelag drin ist, können wir mit der Treppenanlage beginnen.“ Sie soll zudem mit einer behindertengerechten Rampe ausgestattet sein. 

Bis Pfingsten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zudem wird Alexander Müller vom Bauhof als gelernter Elektromeister in seiner Freizeit für die Beleuchtung sorgen – damit der Keller dann im Sommer 2018 in neuem Licht erstrahlt.

 

 

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