Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Ist das wirklich für den Beruf relevant?

Übersicht

Gläser polieren und putzen – das gehört nicht zu den Tätigkeiten von Veranstaltungskaufleuten, auch nicht wenn sie in einem Hotel tätig sind. Wird es dennoch verlangt, müssen Azubis sich wehren. Das fällt vielen schwer. Doch es gibt anonyme Lösungen

Überstunden und ausbildungsfremde Tätigkeiten

36,3 Prozent der deutschen Auszubildenden machen regelmäßig Überstunden – und mehr als jeder Zehnte muss "häufig“ oder "immer“ ausbildungsfremde Tätigkeiten ausüben. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2018 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor.

Ausbildungsfremde Tätigkeiten sind dabei gar nicht so leicht zu definieren: Putzen kann gerade im Lebensmittelbereich durchaus zu der Ausbildung gehören. "Doch eine Grenze ist beispielsweise dann überschritten, wenn eine Veranstaltungskauffrau im Hotel regelmäßig Minibars auffüllen und Gläser spülen muss“, sagt Daniel Gimpel von der DGB-Jugend. Denn dies gehört nicht zu ihrer Tätigkeit. Generell sollten Azubis sich fragen: Ist eine Tätigkeit für den erlernten Beruf relevant oder nicht? 

Zu Überstunden sind Auszubildende generell nicht verpflichtet. Sie können sich diesen also komplett verwehren. Allerdings fällt das vielen Lehrlingen schwer, da sie sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden. In jedem Fall sollten sie darauf achten, dass die Stunden vergütet oder ausgeglichen werden. Ebenso verhält es sich mit der Erreichbarkeit. Von 54,4 Prozent der Azubis erwartet der Ausbilder laut dem Bericht, dass sie in der Freizeit mobil erreichbar sind. "Auch dies muss der Azubi nicht hinnehmen“, sagt Gimpel. "Und wenn, dann muss auch hier ein Zeitausgleich erfolgen oder die Zeit der Erreichbarkeit vergütet werden.“

Erst an den Chef wenden

Läuft in der Ausbildung etwas falsch, sollten Azubis sich generell zunächst an ihren Chef wenden. "Lässt sich das Problem nicht lösen, können sie sich anonym beim Betriebsrat oder der Jugendvertretung des Betriebs beraten lassen“, rät der DGB. In kleineren Betrieben gibt es diese Institutionen allerdings oft nicht. Dann sind die Industrie- und Handelskammern gute und vor allem diskrete Ansprechpartner.

 

Anzeige

Galerien

Regionale Events