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Trotz Abbruch zum Abschluss

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Der Fachkräftemangel macht auch vor dem Hohenlohekreis nicht halt. Bei allen Vorteilen, die die Region in wirtschaftlicher Hinsicht bietet, klagen die Unternehmen über den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Grund für die Bildungsregion Hohenlohekreis, sich bei ihrer Bildungskonferenz 2018 im Integrationszentrum in Künzelsau vor allem mit dem Thema "Aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung, Stellenbesetzungsprobleme und Abbrüche“ zu befassen.

Ungleichgewicht am Ausbildungsmarkt

Während ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation im Hohenlohekreis zunächst Anlass zur Freude gibt – im August lag die Arbeitslosenquote bei nur 2,4 Prozent –, ist der gravierende Mangel an Fachkräften in der Region zunehmend ein Problem. Rückläufige Schülerzahlen stehen einem wachsenden Mitarbeiterbedarf gegenüber. Zudem entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung. Gleichzeitig werden vermehrt Ausbildungsverhältnisse frühzeitig gelöst.

In einem Impulsvortrag ging Dr. Ute Leber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung anhand von aktuellen Zahlen der Frage nach, warum Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben und Ausbildungen nicht zu Ende gebracht werden. Nach ihrer Auffassung herrsche am Ausbildungsmarkt ein Ungleichgewicht. Demnach gebe es trotz vieler unbesetzter Ausbildungsplätze viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Ob Unternehmen einen Bewerberüberschuss verzeichnen könnten oder Stellenbesetzungsprobleme hätten, sei stark von der Region, dem Berufsbild und der Branche abhängig.

Im Hinblick auf Ausbildungen, die nicht zu Ende gebracht werden, zeige sich, dass einzelne Berufsfelder unterschiedlich stark von einer frühzeitigen Auflösung des Ausbildungsverhältnisses betroffen sind. Häufig würden Ausbildungen in den Bereichen gelöst, die von vorne herein schwer zu besetzen waren. Die meisten Vertragslösungen erfolgten bereits im ersten Ausbildungsjahr. Die Gründe für Ausbildungsabbrüche seien vielfältig und könnten betriebliche, persönliche, berufswahlbezogene oder schulische Ursachen haben.

Neue Ausbildung

Eine frühzeitige Beendigung der Ausbildung bedeute allerdings nicht unbedingt, dass Jugendliche keinen beruflichen Abschluss anstrebten, sagte Leber. Rund ein Viertel der Jugendlichen verließen ihre Ausbildung mit Aussicht auf eine andere Ausbildung. Rund zwei Jahre nach dem Abbruch sei etwa die Hälfte der Jugendlichen wieder in einem Ausbildungsgang.

Schlechtere Chancen auf den Beginn einer neuen Ausbildung hätten Jugendliche, die aus persönlichen Gründen oder wegen schulischer Schwierigkeiten die Ausbildung nicht zu Ende gebracht haben sowie Jugendliche mit keinem oder einem geringen Schulabschluss. Nach dem Vortrag fand eine rege Diskussion über die angesprochenen Erklärungsansätze statt. Neue Ansatzpunkte zum Thema Ausbildung und Fachkräftesicherung von morgen wurden gemeinsam erörtert. red

 

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