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Werkstatt im Klassenzimmer

Übersicht

Vom Schulhof über die Werkräume bis hinunter in den Heizungskeller – jeder verfügbare Raum der Georg-Wagner-Schule wird ausgenutzt, um Platz für die 40 Werkstätten zu schaffen, in die die Schüler hineinschnuppern können. Viele Betriebe und Institutionen aus der Region geben in diesen Werkstätten einen Einblick in die Berufswelt.

Großes Engagement

Rund 370 Schüler der Klassen 7 bis 10 nutzen das Angebot im Rahmen des Tags der beruflichen Orientierung mit ihren Eltern. Und das nicht zum ersten Mal. Schon seit 2012 findet die sogenannte Eltern-Schüler-Werkstatt in der Grund-, Real- und Werkrealschule in Künzelsau statt, um die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen.

Das Konzept wurde ursprünglich vom gemeinnützigen Verein Lernende Region Heilbronn-Franken entwickelt, der sich bei der Frage nach dem Beruf und der richtigen Ausbildung besonders für die Schüler einsetzt. Auch die Schüler der Gebrüder-Grimm-Schule sind ins Gebäude am Berg eingeladen.

In diesem Jahr engagieren sich so viele Betriebe wie nie zuvor. Sie sind mit Mitarbeitern, Ausbildern, Azubis und vielfältigen Ideen angereist, um den Schülern spannende Workshops und Experimente anzubieten. "Der unkomplizierte Kontakt mit den Betrieben ist ein wichtiger Teil der Organisation. Es freut uns sehr, dass sich alle so für die Schüler engagieren“, betont Konrektor Rainer Süßmann bei der Begrüßung.

Selbstständig programmieren

Jeweils zwei Workshops besuchen die Schüler der Georg-Wagner-Schule. In den Werkstätten wird gelötet, gebohrt, experimentiert und wie bei Bürkert programmiert. Hier stellen Junior-Coach Denise Thomae und ihr Team zunächst das Unternehmen genauer vor. Dann werden die Schüler gleich "ins kalte Wasser geworfen“ und dürfen unter Anleitung des Auszubildenden selbstständig mit einem sogenannten CNC-Programm am Laptop arbeiten. "Uns ist sehr wichtig, dass wir diese mechanischen Berufe realitätsnah vermitteln. Die Schüler könnten sich danach an eine Maschine stellen und dort so ziemlich genau das Gleiche machen“, berichtet Denise Thomae.

Auch die Experimenta Heilbronn ist in einer Werkstatt vertreten. Hier wird unter dem Motto "Chemiedetektive“ der Beruf des Chemielaboranten vorgestellt, wobei das Praktische im Vordergrund steht.

Teilnahme ab der siebten Klasse

Die Schüler stellen einen Indikator aus Blaukraut her und messen den Zuckergehalt von verschiedenen Getränken. Adelina Goncharova sitzt ganz professionell im weißen Laborkittel mit ihrem Vater vor mehreren Reagenzgläsern. Sie geht in die siebte Klasse und interessiert sich schon länger für das Fach Chemie. "Deshalb habe ich mich ganz besonders auf diesen Workshop gefreut“, sagt sie. 

Dass bereits Schüler ab der siebten Klasse teilnehmen können, ist ebenfalls neu. "Die Berufswahl ist für viele nicht leicht. Deshalb ist es für uns umso wichtiger, alle Schüler mit dieser Aktion dabei zu unterstützen“, erklärt Florian Frank, der Rektor der Georg-Wagner-Schule.

Dabei gehe es nicht nur um den richtigen Beruf – auch der Weg dahin ist von Bedeutung. Schließlich führten viele Wege zum Ziel.

Auch für Eltern interessant

Die Zehntklässlerin Lisa ist mit Papa Volker Philippi im Gebäude unterwegs und erzählt, dass sie nach ihrem Realschulabschluss noch mit der Schule weitermachen möchte. "Sie weiß schon, dass sie sich mehr für Sprachen interessiert, also sind die Werkstätten heute nicht das Ideale für uns. Trotzdem ist es für uns beide hochinteressant, einen Blick hinter die Kulissen der Betriebe zu werfen“, sagt Volker Philippi.

So geht es auch vielen anderen Eltern und Schülern. "Denn auch wenn man glaubt, dass man sich schon für eine Richtung entschieden hat, entdeckt man durch die Workshops vielleicht neue Interessen und Fähigkeiten“, sagt Konrektor Rainer Süßmann. Somit stehen an diesem Vormittag nicht nur die Schüler im Mittelpunkt. Auch für die Eltern ist die Veranstaltung wichtig. Denn je mehr Vater und Mutter über den gewünschten Beruf ihrer Kinder wissen, desto besser können sie den Sprössling bei der Realisierung unterstützen.

 

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