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Jobben für den guten Zweck

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Im Raum ist es mucksmäuschenstill. Statt zu schwatzen wird etikettiert. 6000 neue Programme des Kultursommers gilt es zu versenden. Acht Mädchen haben die Schulbank gegen einen Tag im Landratsamt getauscht und spenden ihren Lohn für den guten Zweck. Beim Aktionstag "Mitmachen Ehrensache" bekommen sie zugleich einen Einblick in die Berufswelt. Das geht schon bei der Bewerbung los. "Um ihre Stelle müssen sich die Schüler selbst kümmern“, erklärt Yasemin Serttürk vom Jugendamt, die die Aktion betreut.

Hoher Stundenlohn

Tiana Mandic (14) aus Künzelsau wollte neben der Arbeit für den guten Zweck mal in die Arbeitswelt schnuppern. Die siebte Klasse von Amilie Huber aus Ingelfingen ist sogar vollständig dabei. Der Stundenlohn liegt bei rund fünf Euro, doch einige der Firmen runden den Betrag auf. Bei Reca Norm in Kupferzell sind es letztlich 500 Euro.

In diesem Jahr arbeiten sechs Jungen dort. Luca Haaf (13) ist im Bereich Haustechnik und darf mit Azubi Maksim Paskevic Lampen austauschen. Der Azubi freut sich über den eifrigen Helfer, denn er war selbst einmal bei der Aktion in einem anderen Betrieb dabei. In einigen Fällen sei aus einem solchen Tag auch schon mehr entstanden, weiß Serttürk aus Erfahrung.

Gemeinsame Bewerbung

Chris Schmid (12) kennt sich schon ein bisschen aus. Der Vater des Realschülers arbeitet bei Reca. "Ich würde eh am liebsten schon arbeiten gehen,“ meint er. Mattis Salzer (11) und Johannes Teklewold (12) haben sich zusammen beworben und bekommen von Ausbilder Timm Walter einen Einblick in die Logistik. Kartons falten, bekleben und einiges mehr erwartet sie an ihrem Tag, der von acht bis 15 Uhr andauert. "Ziel ist es, dass sie einmal die ganze Produktionshalle gesehen haben“, sagt Laura Gebhardt.

Einige Kilometer weiter bei Motorrad Umbach in Pfedelbach-Windischenbach bereitet Kelly Steinwedel die Inventur vor. Das heißt: Lager einsortieren, Ablage und adressieren. Die 14-Jährige kennt sich aus. Das Geschäft gehöre ihren Eltern, erzählt die Neuntklässlerin, die Botschafterin für "Mitmachen Ehrensache" ist.

Schulbesuch und Trinkwasser finanzieren

Neben der Werbung in den Schulen gehören drei bis vier Sitzungen pro Jahr und ein Seminar in Stuttgart zu den Aufgaben. "Für mich ist Helfen eine tolle Sache, und bei dem Seminar in Stuttgart lernt man in Workshops, wie man am besten vor der Klasse spricht“, sagt die Schülerin. Zudem sind die Botschafter an der Spendenverteilung beteiligt, die meist Anfang des Jahres ist. "Wenn wir den genauen Betrag wissen, dann entscheiden wir, wo das Geld hinkommt“, erklärt Serttürk. In der Regel wird zwischen vier Empfängern aufgeteilt.

"Für die kleinen Organisationen sind das Riesenbeträge, mit denen sie wirklich viel erreichen können“, so Serttürk weiter. Der Verein Uppahar unterstützt Schulkinder in Indien. Für acht Euro, weniger als zwei Stunden Arbeit, können die Schüler einem Kind eine Uniform und somit einen Schulbesuch ermöglichen. Für einen Aktionstag Arbeit gibt es beim Verein Lichtblicke einen Wasserfilter in Bangladesch, der Familien sauberes Trinkwasser produziert. "Wenn man den Schülern diese Beispiele nennt, ist das oft die beste Werbung“, sagt Yasemin Serttürk.

 

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