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Pflegegymnasium bleibt zu

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Das Thema steht gar nicht auf der Tagesordnung. Doch unter dem Punkt "Verschiedenes“ taucht es plötzlich auf, als ein Kreisrat fragt: Was ist eigentlich aus dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium an der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau geworden? Darauf die Antwort von Landrat Dr. Matthias Neth: "Wir können in diesem Herbst nicht starten, weil aus Sicht des Landes die maßgebliche Schülerzahl nicht erreicht wird.“ Ob dieses Pflegegymnasium jemals Wirklichkeit wird?

Antrag abgelehnt

In der jüngsten Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Soziales, Kultur und Bildung hört es sich nicht danach an. Laut Neth vertrete der Hohenlohekreis den Standpunkt, dass 16 Schüler genügten. "Wir sehen das als Fortführung des bestehenden Angebots.“ Das Ministerium hingegen habe eine andere Rechtsauffassung.

Es bewerte ein solches Gymnasium "als komplett neues Angebot“ und beharre deshalb auf einer Mindestzahl von 40 Schülern. Wie diese Meinungsverschiedenheit am Ende ausgeht, ist noch offen. Der Landrat stellt aber klar: "Die potenzielle Schülerzahl wird bei uns immer zwischen 16 und 20 hin- und herspringen.“ Im Klartext: Mehr ist nicht drin. 

Dieses Sozialwissenschaftliche Gymnasium mit dem Profil Gesundheit war als Schulversuch konzipiert und sollte nach einem Beschluss des Kreistags vom Dezember 2017 bereits zum Schuljahr 2018/19 an den Start gehen. Neth sah es als gute Ergänzung zum Sozialwissenschaftlichen Gymnasium an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen, dessen Profil Erziehung ist.

Markt bearbeiten

Nun will der Landrat nach alternativen Wegen suchen, "wie wir die Zukunft der Pflegeausbildung in unserem Kreis anpacken“. Man habe ja bereits eine Krankenpflegeschule in Künzelsau und suche deshalb das Gespräch mit der Geschäftsführung des Hohenloher Krankenhauses.

Die BBT-Gruppe ist HK-Mehrheitsgesellschafter und betreibt eine solche Einrichtung auch am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim. "In Schwäbisch Hall und Heilbronn gibt es auch große Krankenpflegeschulen“, sagt Neth. Jetzt gelte es, "den Markt zu bearbeiten“, da komme "inhaltlich einiges auf uns zu“.

Keine Konkurrenz 

Neth ist weiter der Ansicht, dass ein Pflegegymnasium der Karoline-Breitinger-Schule helfen würde, noch mehr Schüler anzuziehen. Schließlich sei es die kleinste Berufsschule des Kreises. Auch wenn Pflegeberufe derzeit nicht "en vogue sind“: Am wichtigsten sei, sich im Hohenlohekreises nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen nach dem Motto: Die Krankenpflegeschule und das Pflegegymnasium kämpfen Tür an Tür um Schüler.

"Es darf auch keine Rosinenpickerei geben.“ Freien-Kreisrat Thomas Dubowy betont, der Ausbildungsberuf des Krankenpflegers sei aktuell wichtiger und gefragter als ein gymnasialer Abschluss. "Wir haben noch keine Akademisierung der Pflege.“ Viele junge Leute würden sich deshalb fragen: "Was mache ich anschließend damit?“ 

 

 

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