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Handwerk zum Anfassen

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Hochkonzentriert blickt Henrike Müller auf die Arbeitsfläche vor ihr. Die 15-Jährige setzt die Bohrmaschine an und ihr Gesicht erhellt sich. "Das macht Spaß“, sagt die Schülerin, als sie ihre Aufgabe erfüllt hat. "Warum nicht?“, sagt das Mädchen auf die Frage, ob sie sich einen Beruf im Handwerk vorstellen kann. 

Berufswahl erleichtern

Es sei zwar nicht das erste Mal, dass sie Werkzeug in der Hand halte, wohl aber einen Akkuschrauber. "Ich habe schon ein paar Mal Nägel in die Wand gehauen, oder schon mal ne Schraube an meinem Fahrrad festgezogen“, berichtet die Langenburgerin mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie ist an diesem Samstag auf dem Handwerkerinformationstag in Künzelsau unterwegs. "Eher zufällig. Wir waren einkaufen“, fügt ihre Mutter Gerlinde Müller hinzu.

Die anderen rund 200 jungen Leute, die für Gewusel an und zwischen den Ständen sorgen, sind mit ihren Schulen an den Unteren Markt in der Künzelsauer Innenstadt gekommen. Henrike dagegen nimmt sich freiwillig Zeit dafür. "Sie weiß noch nicht, was sie werden will“, verrät Gerlinde Müller über ihre Tochter.

Breite Auswahl

Beim Basteln und beim Kunstunterricht zeige sie aber viel Talent. "Ich würde mich freuen, wenn ihr ein Handwerksberuf gefallen würde“, meint die Mutter. Schließlich seien Azubis und Arbeitskräfte in diesem Bereich gefragt, Jobs derzeit sicher und gut bezahlt. "Und heute können und dürfen Mädchen doch alles machen“, sagt die 15-Jährige

Und Auswahl gibt es genug: Maler, Schreiner oder Klimatechniker – Firmen verschiedenster Branchen stellen ihre Ausbildungsberufe an diesem Tag in Künzelsau vor, stehen Rede und Antwort. Sie machen Werbung für ihr Handwerk. Das ist auch notwendig, denn so mancher Betrieb sucht händeringend nach geeigneten Auszubildenden und Mitarbeitern. Um das Interesse zu wecken, dürfen die jungen Besucher an manchen Ständen gleich selbst anpacken. Überall gibt es Informationsmaterial und die einen oder anderen kleinen Werbepräsente.

Mensch und Maschine

Ein quietschgelber Mercedes steht am Stand der Kraftfahrzeuginnung und sorgt für Aufsehen. Die Besucher können dort nicht nur einen Blick unter die Motorhaube werfen, es gibt auch ein Ratespiel. Auf dem Tisch liegen mehrere Autoteile. Allerdings sind deren Bezeichnungen auf den Karten dafür durcheinander geraten. Die Berufsinteressenten ordnen sie wieder korrekt zu. Ein erster Schritt, um den Job als Mechatroniker kennenzulernen. Auch in diesem Bereich werden Azubis gesucht. 

Henrike Müller hat sich auch nach ihrem Besuch beim Handwerkertag noch nicht entschieden, was sie werden will. Sie reckt eine Tasche in die Höhe. "Aber ich habe viele Informationen, die ich daheim lesen kann“, und ergänzt: "Vielleicht mache ich das eine oder andere Praktikum.“

 

 

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