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Interesse an Technik wecken

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Endlich Schulferien – jetzt erst einmal die Zeit mit Nichtstun verbringen. Zwölf Mädchen haben Besseres vor. Sie haben sich für die Projektwoche "Mädchen und Technik" (Mut) angemeldet, ein Gemeinschaftsprojekt der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim und der Agentur Bildung und berufliche Qualifizierung (BBQ) in Öhringen. 

Firmenbesuche

Die Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren stammen allesamt von Schulen aus dem Hohenlohekreis. Sie kennen sich untereinander kaum, doch es verbindet sie das Interesse an Technik und die Frage: Wäre ein technischer Beruf etwas für mich

Um das zu klären, opfern die jungen Teilnehmerinnen gerne ihre erste Ferienwoche. Susanne Ehrmann von der Agentur für Arbeit und Sandra Burda von BBQ begleiten die Gruppe. "Unser Ziel ist, die Mädchen in die Mint-Berufe – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – schnuppern zu lassen und ihre Neugierde zu wecken", erklärt Susanne Ehrmann. Viele junge Frauen seien in diesem Bereich unsicher und würden allein deshalb diese Berufe gar nicht erst in Erwägung ziehen.

Auf dem einwöchigen Programm stehen Besuche an der Reinhold- Würth-Hochschule (RWH), im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und bei Firmen in der Region sowie ein Berufscoaching. Gleich am ersten Ferientag geht es früh los: An der RWH in Künzelsau erfahren sie, welche Studiengänge, technische und betriebswirtschafliche, es auf dem Campus gibt.
Am Nachmittag dürfen die Mädchen in der Werkstatt der Hochschule selbst Hand anlegen: An einer Platine in Form einer Blüte löten sie bunte Leuchtdioden. Für Jaqueline Deuser aus Krautheim ist das eine spannende Aufgabe. "Ich interessiere mich sehr für IT und möchte gerne später in diesem Bereich arbeiten. Das Löten macht mir aber auch richtig Spaß", sagt die 15-Jährige.

Ihre Mutter hat von dem Mut-Projekt in der Zeitung gelesen und dabei gleich an ihre technikaffine Tochter gedacht. Die zwölfjährige Maja Schumm aus Unterheimbach begleitet ihre ältere Schwester in der Projektwoche. Maja hat zwei Berufe fest ins Auge gefasst: Sie möchte Journalistin oder Lehrerin werden. "Als meine Schwester sagte, sie probiert das hier aus, dachte ich: Warum eigentlich nicht? Vielleicht ist es auch was für mich."

Nachwuchs-Ingenieure 

Die RWH arbeitet eng mit Schulen in der Region zusammen, um junge Leute schon früh für Technikberufe zu begeistern. Informatikerin Uta Häußler betreut die Projekte mit den Nachwuchs-Ingenieuren. "Ich beobachte immer wieder, dass Mädchen viel gründlicher arbeiten und auch zuhören, wie die Aufgabenstellung ist. Die Jungs wollen am liebsten gleich loslegen." Dennoch: Die Hemmschwelle für Mädchen, in technische Berufe einzusteigen, ist hoch. Das belegen auch die Zahlen der RWH: Der Frauenanteil in technischen Studiengängen wie etwa Energiemanagement oder Elektrotechnik liegt bei 15 Prozent.

Keine Hemmschwellen

In der Mädchengruppe des Mut-Projekts sollen bewusst sämtliche Hemmschwellen abgebaut werden: Es geht nicht darum, sich gegenüber anderen zu beweisen, sondern sich einfach mit Lötkolben oder Schraubenzieher ausprobieren und drauf los werkeln. Susanne Ehrmann betont: "Die Mädchen sollen nicht in die technische Ecke gedrängt werden. Eignung und Neigung müssen stimmen. Um das heraus zu finden, müssen sie es einfach versuchen.“ 

 

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