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Saisonübliche Delle

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Der Arbeitsmarkt in der Region hat sich im August saisonüblich entwickelt – es wurden mehr Arbeitslose registriert, vor allem wegen ausgelaufener Ausbildungsverträge. Die regionalen Arbeitsagenturen sehen noch keine Anzeichen für einen konjunkturellen Einbruch

"Der Arbeitsmarkt im Heilbronner Raum ist in einer stabilen Verfassung. Mit der leichten Delle haben wir gerechnet", sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit. Das Ende zahlreicher schulischer und beruflicher Ausbildungen habe sich auch noch im August auf die Arbeitsmarktsituation ausgewirkt. Deshalb sei auch die Zahl der jüngeren Arbeitslosen jahreszeitlich bedingt gestiegen.
"Nach Abschluss ihrer Ausbildung finden sie wegen der Urlaubs- und Ferienzeit nicht sofort wieder einen Arbeitsplatz. Wer aber eine Ausbildung absolviert, besitzt die besten Startvoraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben", sagt der Behördenleiter. "Es ist auch noch nicht zu spät, sich um eine Lehrstelle zu kümmern. Es gibt noch viele freie Ausbildungsstellen. Wir können allen Interessierten konkrete Ausbildungsplatzangebote machen.“

Offene Stellen

Insgesamt hat die Arbeitslosigkeit im Heilbronner Unterland im August zugenommen. Insbesondere Jüngere unter 25 Jahren melden sich arbeitslos. Das sei aber noch kein Grund zur Sorge, denn im September und Oktober werde mit dem Schul-, Ausbildungs- und Studienbeginn deren Zahl wieder zurückgehen, heißt es bei der Heilbronner Arbeitsagentur

Die Arbeitslosenquote lag dadurch zum Monatsende bei 3,5 Prozent. Damit ist sie gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte angestiegen, liegt aber um 0,2 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist im Sommer üblich. Häufig werden Schule, Ausbildungsverhältnisse, Praktika oder Anerkennungsjahre beendet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist aus diesen Gründen um 297 auf jetzt 1117 angestiegen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit ist innerhalb des Monats von 2,6 auf 3,6 Prozent gestiegen, liegt damit aber unter dem Vorjahreswert von 4,2 Prozent.

Vom Stellenmarkt kommen übrigens erste Anzeichen, dass sich die Sommerpause ihrem Ende zuneigt. Den Vermittlungsfachkräften im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Heilbronn sind in den vergangenen vier Wochen 1355 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 390 mehr als vor einem Monat und 275 oder 25,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von einer Einstellungsflaute angesichts der schwächelnden Konjunktur scheint also keine Rede zu sein.
Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim ist im August gestiegen. Insgesamt sind 9794 Menschen arbeitslos gemeldet, 941 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 114 mehr als im August 2018. Im Hohenlohekreis wurden im August 1731 Arbeitslose gezählt, 123 mehr als im Juli und 129 mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1337; 20,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

"Im August wird der Arbeitsmarkt traditionell durch saisonale Einflüsse geprägt. Daher hat vor allem die Zahl der jüngeren Arbeitslosen wieder vorübergehend kräftig angezogen", sagt Karin Käppel, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Fachkräftemangel

Allerdings hat die schwächere konjunkturelle Entwicklung erstmals leichte Spuren hinterlassen. "Wir springen beim Abbau der Arbeitslosen- und der Zunahme der Beschäftigtenzahlen im Jahresvergleich nicht mehr von Rekord zu Rekord", sagt sie. "Panikmache ist aber nicht angezeigt." Das große Stellenangebot in der Region zeige, dass die Sicherung des Bedarfs an qualifizierten Mitarbeitern nach wie vor eine der größten Herausforderungen für die Unternehmen ist. "Aus- und Weiterbildung ist daher weiterhin ein vordringliches Ziel der Arbeitsmarktpolitik", betont Käppel. 

 

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