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Ein spannender Spagat

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"Mein Studium ist ein echter Glücksgriff“, sagt Philipp Waldner. Der 26-Jährige ist gelernter Koch und studiert im vierten Semester BWL-Food Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn. Wie der Name der Hochschule schon verrät, ist das kein rein theoretisches Studium. Waldner ist, wenn er nicht gerade in Heilbronn studiert, in München-Schwabing. Er arbeitet dort in der internen Betriebsgastronomie

Gute Kombi

"Von allen Studiengängen in Deutschland ist BWL-Food Management der einzige, der Betriebswirtschaftslehre und Lebensmittel auf diese Art und Weise kombiniert", sagt Waldner. Er bezeichnet seine Ausbildung als eine "wunderschöne Kombination aus Theorie und Praxis". Auch die Professoren an der DHBW hätten alle schon bei größeren Lebensmittelkonzernen gearbeitet. Kämen also aus der Praxis und wüssten, wovon sie sprechen. Allerdings müsse man kein Koch sein, um diesen Studiengang besuchen zu können. 

Auf der  Internetseite der DHBW  finden sich Partnerunternehmen. Interessierte können sich dort Unternehmen aussuchen und sich dort bewerben. "Die Unternehmen entsenden einen dann an die Hochschule", erklärt Philipp Waldner. An der DHBW fühlt der 26-Jährige sich sehr wohl: "Dadurch, dass wir hier eine eher kleiner Campus sind, kennt man die Leute und die Leute kennen einen."
Fifty-Fifty ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. "Das sind zwei ganz unterschiedliche Zeiten: In der Studienzeit hat man ein schöneres Leben, ist zusammen mit Gleichaltrigen. Im Betrieb ist man dafür mehr gefordert und trägt Verantwortung." Nur die Klausurenphasen haben es in sich.

Auch ist die Betriebswirtschaftslehre ein weit größerer Bestandteil als der 26-Jährige anfangs dachte. "Aber inzwischen macht mir das auch sehr viel Spaß." Auch sowas wie Semesterferien gibt es in dem dualen Studiengang nicht. "Wir haben, wie jeder andere Arbeitnehmer die gesetzlich vorgeschriebenen 24 Urlaubstage." Je nach Unternehmen, bekommt man auch mal mehr.
Da man die Hälfte der Zeit in den Unternehmen verbringt, bleibt auch nur die Hälfte der Zeit zum Studieren. "Von der Stoffbreite, wenn auch nicht von der Tiefe, haben wir das gleiche Pensum wie ein normaler BWL-Student plus 30 Prozent Food Management on top", erklärt Waldner.

Möglichkeiten

Trotzdem würde der junge Mann das duale Studium jedem ans Herz legen. "Die festeren Strukturen tun gut", sagt er. Außerdem habe man hervorragende Zukunftsperspektiven: "Mit diesem Studium kann man jede mittlere bis höhere Führungsposition in jedem Unternehmen der Lebensmittelwertschöpfungskette annehmen." Vom Landwirt über den Zwischenhändler bis hin zum Endverbraucher beziehungsweise der Gastronomie ist alles drin. "Das eröffnet einem unglaubliche Möglichkeiten, vielfältige Aufgaben und viele Blickwinkel." 

Auch das Spannungsfeld, in dem sich die Arbeit mit den verderblichen Lebensmitteln bewegt, gefällt Waldner. "Unsere Branche umfasst sowohl die unterste Ebene der Maslowschen-Bedürfnispyramide als auch die oberste." Denn ganz unten stehen die physiologischen Bedürfnisse, die Essen definitiv mit einschließen. Ganz oben steht die Selbstverwirklichung.

"Wenn man an den Biomarkt Denns denkt oder an den Münchner Feinkosthändler Käfer, dann hat das nicht mehr viel mit einem rein physiologischen Bedürfnis zu tun. Es ist Teil einer Selbstverwirklichung, beziehungsweise Ideologie dort einzukaufen." Für Philipp Waldner ist sein Job so sicher, wie der des Bestatters: "Die Menschen werden immer essen und die Menschen werden auch immer bereit sein, viel Geld für ihr Essen auszugeben."

Phillip Wadner ist nicht der einzige der seinen Job liebt. Hier berichtet Tobias Jung aus einer völlig anderen Branche

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