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Ausbildung funktioniert auch in Corona-Zeiten

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Die Corona-Pandemie hat die Ausbildungsbemühungen der Unternehmen deutlich gebremst. Im Jahr 2020 zählten die Statistiker 57 600 Lehrverträge weniger als im Jahr zuvor – ein Minus von elf Prozent. Mit der heute beginnenden Woche der Ausbildung wollen die Arbeitsagenturen die Bedeutung der dualen Ausbildung in Deutschland besonders hervorheben. „Junge Menschen, die jetzt nicht ausgebildet werden, fehlen künftig als Fachkräfte“, nennen Elisabeth Giesen, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, und ihr Heilbronner Kollege Jürgen Czupalla, einen wichtigen Grund dafür, dass sich Ausbildung auch in Zeiten der Pandemie lohnt.

Bewusste Entscheidung

Dass Ausbildung auch in dieser besonderen Zeit funktioniert, beweist das Obersulmer Unternehmen Dringenberg. Der Spezialist für Werkstatt- und Fahrzeugeinrichtungen bildet 22 junge Menschen in verschiedenen gewerblichen und kaufmännischen Berufen aus – Tendenz steigend. „Wir halten auch jetzt bewusst an der Ausbildung fest, weil sie ein wesentlicher Faktor für unsere Fachkräfte- und Nachwuchssicherung ist“, sagt Geschäftsführer Gerhard Schulz. Der Aufwand, etwa für Hygiene-Maßnahmen, sei natürlich größer. „Aber die Ausbildung läuft bei uns planmäßig“, betont er.

Für Unternehmen, die in der Corona-Krise die Ausbildung zurückfahren, hat Schulz nur bedingt Verständnis. Stecke ein Betrieb in echten Schwierigkeiten, sei nachvollziehbar, dass an der Ausbildung gespart werde. „Andererseits jammern alle immer über den Fachkräftemangel. Der wird uns in ein bis zwei Jahren wieder einholen“, ist Schulz sicher. Wer jetzt nicht ausbilde, habe dann schlechte Karten bei der Rekrutierung von Fachkräften. Die Würth-Tochter bildet daher für den eigenen Bedarf aus. „Wir sind bestrebt, die Auszubildenden zu übernehmen. Das klappt meistens auch“, berichtet Schulz.

Bei Dringenberg bleiben wird wohl auch Simon Lips. Der 22-jährige Öhringer absolviert bei den Sülzbachern ein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit dem Schwerpunkt internationales technisches Vertriebsmanagement. Wenn er Ende September seinen Abschluss in der Tasche hat, will er bei Dringenberg im technischen Vertrieb durchstarten. Mit dem Studieren in Corona-Zeiten hadert Lips. Seit März 2020 findet der Unterricht an der DHBW Mosbach nur online statt, nur zu den Klausuren fahren die Studierenden nach Mosbach. „Ich vermisse den Kontakt zu den Mitstudierenden extrem“, räumt Lips ein. Vom praktischen Teil bei Dringenberg zeigt sich der 22-Jährige begeistert. In einem Einzelbüro kann sich der angehende Wirtschaftsingenieur in aller Ruhe mit CAD-Konstruktionszeichnungen und der Auftragsbearbeitung befassen. „Ich bin sehr froh, im Betrieb zu sein, da habe ich einen geordneten Tagesablauf“, sagt Lips mit Blick auf andere DHBW-Studierende, die jetzt viel im Homeoffice seien. Zwar sei die Situation aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Hygienevorgaben nicht mit der vor Corona vergleichbar. „Aber die Ausbildung funktioniert bestens.“

Telefonberatung für Eltern

Eltern sind für ihre Kinder die wichtigsten Ratgeber bei der Berufswahl. Daher bietet die Berufsberatung der Arbeitsagentur Heilbronn im Rahmen der Woche der Ausbildung am Donnerstag, 18. März, von 16 bis 18 Uhr eine Elternhotline unter der Nummer 07131 969 888 an. Die Berufsberaterinnen haben ein offenes Ohr für alle Fragen rund um Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche. Jörg Ernstberger, Geschäftsführer Südwestmetall Heilbronn Region Franken, betont: „Eine Berufsausbildung bietet jungen Menschen viele Optionen und Karrieremöglichkeiten – und das in allen Branchen.

Junge Menschen können so den technologischen Wandel aktiv mitgestalten und mit ihren erworbenen Kompetenzen im Schaltraum der Transformation mitwirken. Die Heilbronner DGB-Sekretärin Silke Ortwein sagt: „Die Pandemie bringt auch einen unserer besten Exportschlager in Gefahr: die duale Ausbildung. Dabei wissen wir, dass gerade die duale Ausbildung ein solides Fundament legt. Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. So ist ihre Ausbildung nicht nur für sie selbst wichtig, sondern auch für die Betriebe, die genau diese jungen Menschen für die Zukunft brauchen.“  

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