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Erschwerte Azubi-Suche in der Pandemie

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Frank Hartmann plant vorerst einmal weiter. Für den 25. und 26. Juni steht noch immer die Heilbronner Bildungsmesse im Kalender des Geschäftsführers von Max Events. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen die Ausrichtung der Traditionsveranstaltung übernommen. IHK und Handwerkskammer haben sich aus dieser Rolle zurückgezogen – „aus unterschiedlichen Gründen“, wie Hartmann sagt. Betroffen ist davon auch die Bildungsmesse in Lauda-Königshofen, die sich vor allem an das Taubertal und den nördlichen Hohenlohekreis richtet. 

Regeln ungewiss

Ob die nächste Auflage stattfinden kann, ist freilich offen – niemand weiß derzeit, welche Corona-Vorgaben dann gelten werden. „Wenn das arg viel länger geht, müssen wir das noch mal verschieben“, sagt Frank Hartmann. „Wir hängen da komplett in der Luft.“ Die Hochzeitsmesse und die Baumesse in Heilbronn seien beide bereits zum zweiten Mal verschoben worden. Auch für die Bildungsmesse wurde sicherheitshalber schon einmal ein Ausweichtermin im Herbst gebucht. 

Interesse

Zu den langjährigen Teilnehmer gehören so gut wie alle großen Arbeitgeber der Region. Ihre Rückmeldung zeigte, dass weiter ein Interesse an einer Messe in einer Halle und weniger an einer Online-Veranstaltung besteht. Hartman kann das nachempfinden. „Messen brauchen den persönlichen Kontakt. Die Leute wollen anfassen und erleben, welche Menschen hinter einem Unternehmen stehen.“ Während er sich durchaus auch in Zukunft Online-Schulungen vorstellen kann, erwartet der Veranstalter rasch nach dem Ende der Corona-Beschränkungen eine Rückkehr des Messebetriebs.

Für die Suche nach den nächsten Azubis ist es dann aber wohl schon zu spät. Und so gehen Kammern, Arbeitsagenturen und Unternehmen zwangsläufig neue Wege, um auf sich und ihre Klientel aufmerksam zu machen oder Ausbildungsplatzsuchende zu vermitteln. Die acht baden-württembergischen Handwerkskammern haben etwa ein virtuelles Azubi-Speed-Dating ins Leben gerufen: Auf einer Online-Plattform können Schüler nach freien Lehrstellen suchen und sich ein 15-minütiges Kennenlern-Gespräch per Telefon oder Video buchen. Die Aktion läuft noch bis Ende April. 600 Betriebe im Land nehmen teil. 

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Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer, Sylvia Kotte-Mandel, Marion Wurst und Wilfried Jürgens, raten den Betrieben ohnehin, alle Möglichkeiten zu nutzen, um auf ihre Lehrstellen aufmerksam zu machen. „Durch das Virus müssen wir neue Wege finden, um für die Ausbildung im Handwerk zu werben“, sagt Sylvia Kotte-Mandel, die das Team leitet. Neben neuen Angeboten sollte dabei auch Altbewährtes mit einbezogen werden. Auf der Webseite der Handwerkskammer haben die Experten Tipps für Ausbildungsbetriebe zusammengestellt und stehen den Betrieben auch bei Fragen zur Seite. 

Prüfungen

„Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden alle Prüfungen durchgeführt“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring. „Mit einem ausgefeilten Hygienekonzept können wir das auch zukünftig sicherstellen.“ Die Kammern unterstützten ihre Ausbildungsbetriebe, damit die Ausbildung in möglichst geregeltem Rahmen stattfinden kann, sagt sie. Lidl und Kaufland sowie Schwarz Dienstleistungen luden unterdessen im März zur branchenweit ersten eigenen virtuellen Karrieremesse ein. Sie richtete sich an Studenten und Absolventen aller Studien- und Fachrichtungen. 



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