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Studio im Wohnzimmer: Bewerbungsfotos selber machen

Do it yourself Bewerbungsfotos

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Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das, worauf der Blick des Personalers als erstes fällt: Das Foto auf Lebenslauf oder Deckblatt. Ein zu altes oder qualitativ minderwertiges Bild hinterlässt keinen guten Eindruck. Doch haben im Lockdown Studios höchstens eingeschränkt geöffnet, Hilfe vom Profi ist also nur bedingt möglich. Aber auch zu Hause kann man ohne zusätzliche Ausrüstung passable Bilder schießen.

Technik

Dabei muss es nicht unbedingt eine teure Kamera sein. „Theoretisch reicht ein Smartphone aus“, sagt Fotograf Alexander Vejnovic. Zumindest dann, wenn die Bewerbung nur digital verschickt wird, was inzwischen fast überall Standard ist. Das gilt allerdings nur bei neuen Handymodellen und abseits von Billiggeräten. Ein Nachteil: „Handykameras haben eine ungünstige Brennweite“, sagt Fotograf und Fototrainer Roland Artur Berg. Durch die weitwinklige Linse wird das Gesicht bei Porträtbildern schnell verzerrt. „Man kann das umgehen, indem man mehr Abstand hält“. Wer eine Kamera mit Wechselobjektiv hat, sei aber besser bedient, so Berg.

Was das Licht angeht, rät Vejnovic, nach draußen zu gehen. Dort sollte man für das Foto einen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung wählen. Wer in Innenräumen fotografiert, sollte ebenfalls auf eine indirekte Lichtquelle achten. „Am besten fotografiert man die Person direkt vor einem Fenster auf der Nordseite“, rät Berg. Der Bildausschnitt sollte beim Fotografieren etwas großzügiger gewählt werden, erst zum Schluss wird das Foto auf die endgültige Größe zugeschnitten. „Entweder sind nur Schultern, Hals und Gesicht zu sehen oder auch der Oberkörper und die Hände“, sagt Katrin Plangger, die als Bewerbungscoach arbeitet.

Passender Hintergrund

Ein neutraler Hintergrund ist Pflicht. Unruhige Linien oder knallige Farben bringen Unruhe ins Bild und lenken ab. Besser: ein einfarbiger Hintergrund in kühlen Farben. „Ein Hintergrund mit Tiefe ist besser als eine graue Fläche wie beim Passfoto“, sagt Plangger. Am besten werden solche Fotos, wenn der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt. Am besten positioniert man sich leicht schräg zur Kamera und dreht dann den Kopf zum Fotografen, und zwar im Stehen. Es kann helfen, zwischen ernstem, neutralem und lachendem Gesichtsausdruck zu wechseln. Auch Fototrainer Berg hat einen Tipp: „Freundlich „Guten Tag“ sagen.“ Durchs Sprechen ist das Gesicht in Bewegung und verkrampft nicht. Kleinere Mängel wie falsche Belichtung, Farbstich oder eine glänzende Stirn kann man in der Nachbearbeitung noch verändern, genauso wie den Hintergrund. Neben bekannten kostenlosen Programmen wie Gimp empfiehlt Berg Apps wie Snapseed oder Facetune, die leicht zu bedienen sind. Vejnovic rät zur Vorsicht bei der Bearbeitung: „Ich will mich als Persönlichkeit verkaufen, nicht schön aussehen.“ tmn



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