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Job finden in Corona-Zeiten

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Für viele junge Menschen ist es nicht leicht, einen passenden Job zu finden – schon gar nicht während des Lockdowns. „Ich habe mir die Zeit nach dem Abi ein bisschen anders vorgestellt“, sagt Hannah Makki. „Um ehrlich zu sein, bin ich derzeit mehr deprimiert denn zuversichtlich.“ Die 19-Jährige aus Waldenburg war sich „total unsicher“ über ihre berufliche Zukunft.

„Mein Plan war es, so viele Praktika wie möglich zu machen, um zu erfahren, in welche Richtung ich studieren soll.“ In der Medien- und Grafikbranche bewarb sie sich bei mehr als zehn Firmen. Ein Praktikum fand sie bei der Jugendredaktion der Heilbronner Stimme . „Ich bin sehr froh über die drei Monate. Die vielen neuen Erfahrungen haben Spaß gemacht und mir weitergeholfen.“

Ihre Nachfolgerin als Stimmt! -Schreiberin ist Jasmina Czarnowski. Die 19-Jährige hatte sich schon im Frühjahr 2020 um die Stelle beworben. Insgesamt sei die Corona-Zeit für sie vor dem Studium aber „schon ein bisschen blöd“. In für sie interessanten Bereichen wie der Filmproduktion und dem Theater gäbe es aktuell keine Praktikumsstellen. „Das gibt mir das Gefühl, zeitlich hinterher zu hängen.“

Hoffen

Dass deutlich weniger Praktika als sonst angeboten werden, hat Kerstin Hochadel nicht nur als Teamleiterin im Bereich Berufsberatung der Agentur für Arbeit Heilbronn erfahren: Sie half ihrer 14-jährigen Tochter auf der Suche nach einem Pflichtpraktikum: „Wir haben sehr viel Zeit investiert. Sie hat dann doch zwei Praktika gefunden, beim Friseur und auf dem Reiterhof.“

Auch der Ausbildungsmarkt ist von der Pandemie beeinflusst. So verzeichnete die Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken in der Region bei neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen ein Minus von 12,1 Prozent. „Die Arbeitgeber sind wegen Corona vorsichtig, das ist auch verständlich“, meint Hochadel. Schulabgängern rät sie, sich von der Agentur für Arbeit beraten zu lassen. Hannah Makki beginnt nun daheim, Bilder für eine Bewerbungsmappe anzufertigen für ein Studium in Kommunikationsdesign. Zukunftsängste habe sie, erzählt sie offen. Aber sie hofft auf die Impfungen, dass diese bald eine Besserung der Lage bringen. Jasmina Czarnowski möchte in Richtung Germanistik studieren und ist zuversichtlich: „Ich finde schon ein Studium, das mir gefällt.“

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