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Praktikum in Corona-Zeiten - geht das überhaupt?

Praktikum in Corona-Zeiten geht das überhaupt?

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„Was soll ich werden?“: Diese Frage stellen sich junge Erwachsene spätestens nach dem Schul- oder Uni-Abschluss. Praktika helfen, sich beruflich zu orientieren. Durch die anhaltenden Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie ist es jedoch gar nicht so einfach, einen Praktikumsplatz zu finden. Schülerpraktika müssen derzeit oft ausfallen oder verschoben werden. Die Bundesländer haben hier unterschiedliche Regelungen getroffen, in der Regel sind Praktika, wenn überhaupt, nur dann möglich, wenn auch die Betriebe mitspielen. Johannes Wilbert, Inhaber des Instituts zur Berufswahl, betreut als Coach auch Jugendliche und Studierende und sagt: „Im Homeoffice ist es sehr schwierig, die Vorgänge am Arbeitsplatz so transparent zu gestalten, dass sie Jugendlichen, die gerade beginnen, sich beruflich zu orientieren, wirklich viele Einblicke bieten.“

Pflichtpraktika

Einige Studienverordnungen sehen verpflichtende Praxissemester für Studierende vor. Auch die können derzeit oft nicht stattfinden. Claudia Schoder vom Career Service der Universität Leipzig empfiehlt, sich eng mit den Studiengangskoordinatoren und dem Prüfungsamt abzusprechen.

Doch wer ein Praktikum ergattert, kann meist nur auf Distanz erfahren, wie es in einem Betrieb so zugeht. Hier steht man grundsätzlich vor ähnlichen Herausforderungen wie vor Ort: Arbeitsabläufe sind noch neu, man fühlt sich unsicher. Doch im Homeoffice kann man nicht mal eben so rüber zum Kollegen gehen und fragen. Claudia Schoder ermutigt Studierende, bei den Kollegen per Telefon oder E-Mail nachzuhaken. „Fragen zu stellen und Feedback einzuholen, ist gerade beim Arbeiten auf Distanz wichtig. Außerdem sollte man auf eine möglichst klare und verbindliche Kommunikation achten, sich genau erkundigen, wie und bis wann Aufgaben erledigt sein müssen“. Manchmal gäbe es dann doch Gelegenheiten, kurzzeitig im Büro zu sein. Die sollten Praktikanten unbedingt nutzen, um ihren Eindruck vom Unternehmen zu schärfen.

Ehrenamt

Praktika sind aber nicht allein entscheidend für die berufliche Orientierung und einen spannenden Lebenslauf. Auch Ehrenämter oder eigenständiges Engagement für Themen, die einen interessieren, sind gute Mittel, um sich zusätzliche Kompetenzen anzueignen und für Firmen interessant zu sein, sagt Claudia Schoder. Wenn es nicht möglich ist, selbst berufliche Erfahrungen zu sammeln, empfiehlt Johannes Wilbert stattdessen, die sozialen Netzwerke zu nutzen: „Schreibt Menschen an, die das machen, was ihr machen wollt, und befragt sie zu ihrem Beruf.“

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