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Start-ups in der Krise - «Studibuch»

Start-ups leiden unter der Krise

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Vor einigen Wochen hat der Bundesverband der deutschen Start-up-Unternehmen eine Umfrage gemacht: Demnach haben sich von 1000 befragten Jungfirmen 70 Prozent mit dem Thema einer bedrohten Existenz auseinandergesetzt. „Wir stehen vor einem Start-up-Sterben, wenn die versprochenen Hilfsmaßnahmen nicht schnell bei den Start-ups ankommen“, sagte Christian Miele, Präsident des Bundesverbandes Deutsche Startups.

Die aktuelle Krise ist nach Ansicht des Prüfungsunternehmens EY aus Stuttgart die erste große Bewährungsprobe für deutsche Start-ups. Milke sagte, Jungunternehmen, die derzeit Investoren suchten, seien besonders gefährdet. Es könne zu einem „Start-up-Sterben“ kommen, wenn die Hilfe ausbleibe.

Wenige Rücklagen

Start-ups erzielen oft keine Gewinne und sind daher auf die Unterstützung durch Investoren angewiesen. Teilweise nutzen Gründer Privatvermögen und haben nur wenige Rücklagen. „Start-ups sind häufig auf Bankdarlehen und mutige Investoren angewiesen. Schon unter normalen Umständen bedeutet das nicht selten das Aus für viele Geschäftsideen“, sagte Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Ein Beispiel: 2015 gründeten Mihael Duran und Lutz Gaissmaier das Start-up „Studibuch“ in Stuttgart. Sie kaufen aussortierte Bücher aus Bibliotheken auf und verkaufen die Fachbücher an Studenten zu einem günstigen Preis. 2016 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 3000 Euro, 2019 war es eine Million. Dann machte sich im März die Coronakrise bemerkbar: „Im März ist der Gebrauchtbuchmarkt zusammengebrochen. Unser Umsatz ist um die Hälfte geschrumpft“, erklärte Geschäftsführer Gaissmaier. Die Situation für das Jungunternehmen mit 14 Mitarbeitern sei existenzbedrohend gewesen.

Kaum eine neue Finanzierung in der Krise

Besonders problematisch sind nach Ansicht von Verbandspräsident Miele Liquiditätsprobleme. Wenn Umsätze wegbrächen und Investoren zurückhaltender würden, dann treffe das Start-ups mit wenigen Rücklagen besonders hart. Peter Lennartz von EY weist auf die Jungunternehmen hin, die auf „frisches Geld“ angewiesen seien und sich in einer Präsentationsphase für Investoren befänden. Die Start-ups in dieser Phase erhielten nur unter erschwerten Bedingungen eine neue Finanzierung.

Besonders von der Krise betroffen sind Reise- sowie Event- und Catering-Start-ups. Doch es gibt sie, die Profiteure der Krise: Essenslieferdienste oder Anbieter von digitalen Lösungen für den Arbeitsalltag erhalten höhere Nachfragen, wie Miele sagte. Nach Ansicht von Lennartz profitieren Software-Start-ups sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik und Lieferdiensten.

Die Bundesregierung hat vor einiger Zeit ein Hilfspaket im Wert von zwei Milliarden für kriselnde Start-ups auf den Weg gebracht. 

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