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Tests und Security am Arbeitsplatz

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Unternehmen sind seit Februar der Haupttreiber von Corona-Neuinfektionen im Hohenlohekreis. In 21 Firmen gab es Stand 8. April 168 Fälle, die primär einem Ausbruchsherd vor Ort zuzuordnen waren und mitunter weitere Kreise außerhalb der Betriebe zogen. Das entspricht rund der Hälfte aller größeren Ausbruchsgeschehen im Kreis, wie die HZ am 9. April berichtete. Nun gibt es ganz aktuell die Testpflicht für Unternehmen, wie auch an Schulen. Dass in den meisten Hohenloher Unternehmen bereits jede Menge für die Gesundheit der Mitarbeiter getan wird, zeigen die Beispiele von Ziehl-Abegg, EBM-Papst, dem Landratsamt Hohenlohekreis und der Stadtverwaltung Öhringen

Homeoffice 

Rainer Grill, Sprecher von Ziehl-Abegg in Künzelsau, zählt einen ganzen Strauß an Maßnahmen auf. Ganz vorne: die Möglichkeit zum Homeoffice. Die sollte von jedem genutzt werden, der nicht über ein Einzelbüro verfügt. Das geht aber nur bei einem Teil der 2400 Mitarbeiter im Hohenlohekreis. 1500 davon arbeiten in der Produktion. „Und der Gabelstaplerfahrer kann kein Homeoffice machen“, sagt Grill. Für die Produktion wurden Konzepte erarbeitet mit wechselnden Teams, mit Plexiglasscheiben, Abstand, Luftmessgeräten und Maskenpflicht. Seit zwei Wochen ist nun eine Security rund um die Uhr im Einsatz, die darüber wacht. „Man kann die Maske ja mal vergessen. Mit der Security gibt es dann keine Diskussion, ob der, der daran erinnert, befugt dazu ist“, erklärt Grill. Die Security achtet auch darauf, dass Mitarbeiter nicht in Fahrgemeinschaften kommen. Allerdings: „Das geht nur, wenn auf dem Gelände geparkt wird. Außerhalb entzieht sich das der Kenntnis.“ 

Ab Montag werden zudem alle Mitarbeiter im Unternehmen getestet. Das ist neu. Vor kurzem wurde das ganze Werk in Bieringen durchgetestet. 550 Tests am Tag. „Es waren drei positive Ergebnisse dabei“, sagt Grill. Dass dahinter viel Personal steckt (nämlich vier Personen pro Teststation) und Geld (mindestens 4,15 Euro pro Kit), ist kein Geheimnis. Pro Woche sind das so allein 12 450 Euro Sachkosten, ohne Personalaufwand. Trotzdem werden die Tests nicht einfach an die Mitarbeiter ausgegeben, um eine hohe Testdichte zu haben. 

Vorreiter

Bei EBM-Papst in Mulfingen wird schon seit April 2020 getestet. Seit Juni finden Schnelltests flächendeckend statt. Unternehmenssprecher Hauke Hannig betont: Die Pandemie wurde schon im Januar 2020 sehr ernst genommen, als das Virus noch weit weg schien. Bereits ab Februar gab es Hygieneregeln wie Masken und ausgeweiteter Quarantäne sowie viel Homeoffice. „Mit der Teststrategie, die wir sehr engmaschig mit unseren Betriebssanitätern betreiben, konnten wir bisher eine sehr hohe Sicherheit gewährleisten und den Betrieb sichern“, sagt Hannig. Zusätzlich wurden Selbsttests besorgt und an die Belegschaft verteilt. Zweimal die Woche sollen sich die Mitarbeiter in Deutschland testen, sofern sie nicht mobil arbeiten. Punktuelle Schnelltests ergänzen das Konzept.

Getestet wird im Unternehmen auch bei unklaren Kontakten, bei K1-Kontakten, bei Dienstreisen. „Unsere Teststrategie kommt sehr gut bei der Belegschaft an, denn sie schafft bereits seit fast einem Jahr Sicherheit.“ Durchschnittlich werde an den deutschen Standorten 50 Mal pro Tag getestet. Homeoffice ist zudem eine wesentliche Säule. In Mulfingen arbeiten von 3600 Mitarbeitern etwa 1200 in administrativen Bereichen, davon etwa 80 Prozent im Homeoffice. Die 2400 Mitarbeiter in Labor, Produktion und Lager werden punktuell durch Betriebssanitäter getestet und führen Montag und Mittwoch Selbsttests durch.

Ein kleiner Handwerksbetrieb in Neuenstein sagt, der Schutz der Mitarbeiter sei schwierig auf Baustellen. Doch es werde alles getan, um mit festen Teams zum einen wenig Kontakte zu genieren und zum anderen bei einem Infektionsfall handlungsfähig zu bleiben. Bei gemeinsamen Fahrten gilt Maskenpflicht. Im Landratsamt Hohenlohekreis gibt es „Entzerrungsmaßnahmen“. Je nach Amt und Publikumsintensivität wird im Schichtbetrieb und Homeoffice gearbeitet. Alle Mitarbeiter erhalten pro Woche einen Selbsttest und können sich zudem einmal pro Woche in der Stadthalle Künzelsau testen lassen. In der Kernverwaltung im Öhringer Rathaus arbeiten normalerweise um die 135 Menschen. 80 davon sind im Homeoffice. Gearbeitet wird im Schichtmodell. Die Mitarbeiter können sich während der Arbeitszeit testen lassen, erklärt Sprecher Michael Walter.


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