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Ausbildungsmarkt in Niedersachsen

Unterstützung für Unternehmen, die ausbilden

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Möglichst viele junge Menschen sollen nach dem Willen der Bundesregierung trotz der Corona-Pandemie eine Chance auf eine Berufsausbildung haben. Die geplanten Prämien für Betriebe, die in der Krise weiter ausbilden oder die Zahl der Lehrstellen sogar erhöhen, können nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums von Anfang August an beantragt werden. Die entsprechende Förderrichtlinie sollte demnach am Freitag dieser Woche im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Betriebe sollen Prämien erhalten

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, es solle verhindert werden, „dass es einen Corona-Jahrgang am Ausbildungsmarkt gibt“. Kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, sollen 2000 Euro für jeden abgeschlossenen Lehrvertrag erhalten, wenn sie ihre Zahl an Azubis stabil halten. Für jeden Ausbildungsplatz, den sie über Vorjahresniveau schaffen, bekommen sie sogar 3000 Euro. „Das Signal an die kleinen und mittelständischen Unternehmen ist: Bildet aus – trotz Corona!“, sagte Heil. 

Unterstützung soll es daneben auch für Unternehmen geben, die Auszubildende nicht in Kurzarbeit schicken und für Betriebe, die Lehrlinge aus Unternehmen aufnehmen, die insolvent gegangen sind. Für die Maßnahmen werden 500 Millionen Euro eingeplant. 

Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, nannte das Programm am Freitag „richtig und wichtig“, kritisierte aber das geplante Antragsverfahren als zu kompliziert. Die Unterstützung möglichst zielgenau und bürokratiearm zu gestalten, sei „leider nicht ideal gelungen“, monierte er.

Förderberechtigte Handwerksunternehmen, die voraussichtlich ab Montag die notwendigen Antragsunterlagen von den Arbeitsagenturen beziehen können, würden, wie auch die Handwerkskammern, bei der Ausbildungsprämie und den weiteren Instrumenten mit komplexen und nur schwer nachvollziehbaren Antragsverfahren belastet. „Hier hätten wir uns eine schlankere und auch stärker digital gestützte Umsetzung gewünscht“, sagte Schwannecke. 

Der Deutsche Gewerkschaftsbund appellierte an die Unternehmen, den zuständigen Arbeitsagenturen schnellstens ihre freien Ausbildungsplätze zu melden. „Wer jetzt an der Ausbildung spart, wird spätestens nach Corona über den Fachkräftemangel klagen. Zurückhaltung ist hier nicht angebracht“, sagte DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte.

Freie Lehrstellen

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hatte das Ausbildungsjahr kürzlich als „ein Würgejahr“ bezeichnet. „Das Problem ist, dass wir in den letzten Monaten mit unseren Berufsberatern nicht in die Schulen konnten.“ Insgesamt stehen in diesem Jahr laut Bundesagentur für Arbeit 482. 000 gemeldeten Lehrstellen 417 .000 Bewerber gegenüber. Sowohl die Zahl der Bewerber als auch die Zahl der Stellen sei um acht bis zehn Prozent rückläufig. Der Vermittlungsprozess hänge zeitlich sechs bis acht Wochen hinter den Vorjahren zurück.

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