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Businesswoman have online call with business partner

Vorstellungsgespräche am PC

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Virtuelle Vorstellungsgespräche werden immer beliebter bei Unternehmen – erst recht seit Corona. Doch nicht alles läuft bei einem Online-Gespräch so wie bei einem klassischen Bewerbungsgespräch. Gunther Bauer, seit 2008 Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Heilbronn, klärt über die Fallstricke von Online-Bewerbungsgesprächen auf.

Was ist bei einem virtuellen Vorstellungsgespräch anders?

Gunther Bauer: Erstmal gelten die gleichen Regeln wie beim klassischen Vorstellungsgespräch vor Ort. Sowohl in Bezug auf Inhalt und Ablauf als auch auf Kleidung und Körpersprache. Man muss es genauso ernst nehmen und sich genauso gut vorbereiten wie auf ein klassisches Gespräch. Aber es sind einige Dinge zu beachten, wie etwa technische Ausrüstung, Kameraperspektive, Hintergrund oder Lichteinfall.

Welche Programme nutzen Unternehmen für Vorstellungsgespräche?

Bauer: Das ist schwierig allgemein zu beantworten. Von Skype über Whatsapp bis zu Microsoft Teams kann alles dabei sein. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sich vorher mit dem Programm vertraut macht.

Was sollte alles getestet werden?

Bauer: Auf jeden Fall alles Technische. Das Wichtigste überhaupt ist eine stabile Internetverbindung, um Störungen zu vermeiden. Verbindungen über das Funknetz sind nicht ratsam, vor allem, wenn man ein begrenztes Datenvolumen hat. Wenn man mobile Geräte nutzt, muss man sichergehen, dass der Akku geladen ist. Am besten probiert man vorher mal alles bei einem Testanruf mit einem Freund aus, das bringt Sicherheit. Dabei sollte man auch die Kameraeinstellung und den Hintergrund überprüfen.

Was sollte alles im Bild zu sehen sein?

Bauer: Als Hintergrund würde ich etwas möglichst Neutrales wählen. Unordnung und ein verstaubtes Regal im Hintergrund machen sich nicht gut. Dann ist das Licht wichtig. Kommt es von hinten oder der Seite, habe ich Schatten im Gesicht. Man versucht ja, nicht nur sprichwörtlich, sich gut in Szene zu setzen. Die Kameraperspektive sollte so sein, dass der Gesprächspartner nicht zu mir aufschauen oder herabblicken muss. Der Bildausschnitt ist optimal, wenn der ganze Oberkörper zu sehen ist, damit auch Gesten erkennbar sind. Das alles sieht man in einem Testlauf.

Kann ich dann eine Jogginghose tragen? Das sieht ja keiner.

Bauer: Grundsätzlich gilt auch hier derselbe Dresscode wie wenn man vor Ort wäre – also dem Unternehmen angepasst. Man sollte nur darauf achten, keine feingestreiften oder kleingepunkteten Oberteile anzuziehen, das kann zu einem Flimmern führen und ablenken.

Dann kann es schon losgehen?

Bauer: Man sollte noch auf die Hintergrundgeräusche achten, also dass keine Störgeräusche im Raum sind. Dazu sollte man unbedingt ungestört sein. Am besten baut man eine Pufferzeit davor und danach ein und achtet darauf, dass das Handy abgeschaltet ist. Wählt man sich in einen virtuellen Gesprächsraum ein, wie zum Beispiel bei Skype for Business, sollte man das mindestens fünf Minuten vorher machen, genau wie beim persönlichen Gespräch.

Was ist während des Gesprächs zu beachten?

Bauer: Was online anders ist, ist der Blickkontakt. Beim Blick auf den Monitor schaue ich den Gesprächspartner ja nicht an, also sollte man öfters mal in die Kamera blicken, das schafft einen Bezug zum Gegenüber. Dann ist noch die klare Sprache wichtig – noch viel wichtiger als live. Also deutlich sprechen, nicht zu kompliziert formulieren. Vor allem sollte man darauf achten, den Gesprächspartner ausreden zu lassen – denn es kann online zu Zeitverzögerungen kommen.

 

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