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Träume von einer eigenen Brauerei

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Thomas Wachno bringt als Braumeister sein Bad Rappenauer Häffnerbräu samt der Craftbier-Sparte Hopfenstopfer immer wieder durch neue Kreationen ins Gespräch. Haykush Mkrtchyan ist als experimentierfreudige Auszubildende zur Brauerin und Mälzerin in diesem Betrieb gerade richtig. 

Sauerkirschen brauen

Wunsch Ihr Wunsch: Gern würde sie einmal etwas mit Sauerkirschen brauen. In Deutschland mit den strengen Vorgaben, welche Zutaten überhaupt in ein Bier dürfen, ist das nicht ganz so einfach. So wie es übrigens etwas komplizierter ist, dass die 21-Jährige überhaupt bei Häffner arbeiten darf. Sie stammt aus Armenien

Zwar hat sich Haykush Mkrtchyan in ihrer Heimat an einer Universität mit Weintechnik befasst. Doch als sie dort in einer Brauerei arbeitete, konnte sie sich auch in dieser Branche eine Zukunft vorstellen. "Das hat mich interessiert.“ Deutschland ist für die Biervielfalt bekannt, so dass sie hier nach einem Praktikum schaute und eines bekam. Etwas übers Brauen lernen. Plus Deutsch lernen. Plus Deutschland sehen. "Das sind schon viele Plus“, gibt sie mit einem Lächeln zu.

Erste Auszubildende seit 20 Jahren

Bei Heidelberg fing sie an, und wie es der Zufall wollte, suchte Wachno damals einen Auzubildenden. Übrigens der erste seit Mitte der 90er Jahre, als er bei Häffner noch Lehrling war. Die ersten Bewerber passten nicht. So habe sich ein Schreiner vorgestellt, der die praktische Prüfung mit einer Vier abgeschlossen hatte. Vielleicht sei ein handwerklicher Beruf nichts für den Bewerber, so Wachno. Er kennt den Braumeister des kleinen Betriebs bei Heidelberg, und der brachte Haykush Mkrtchyan ins Gespräch. An ihren ersten Besuch in Rappenau erinnert sie sich gut. Ihr Eindruck damals: "Ist das eine große Brauerei.“ Sie genießt es, hier tätig zu sein. "In kleinen Betrieben ist man überall.“

Zum Amt

Der Vertrag mit Häffner ist nur das eine. Fürs erste Visum brauchte sie einen Termin in der Botschaft in Armenien – Wartezeit vier bis sechs Wochen. Und obwohl Haykush Mkrtchyan im zweiten Lehrjahr ist, muss sie weiterhin alle paar Monate zur Ausländerbehörde, damit das Visum verlängert wird. Und einen Zweitjob benötigt sie. Ansage im Amt: Das Gehalt als Azubi reiche nicht. Wochenends arbeitet sie in der vorherigen Brauerei. "Ich verkaufe Bier.“ Der Wohnungsmarkt in Bad Rappenau sei auch wie leergefegt, schildert Wachno ein Problem. Sie wohnt deshalb bei Bekannten in Mannheim. Ein Zimmer im Häffnerbräu-Hotel wäre schließlich nur ein Übergang gewesen. 

Bei der Produktion stellt die 21-Jährige am liebsten Pils her – wegen des Dufts. Und sie hat einen langfristigen Wunsch. "Ich überlege mir, eine kleine Brauerei in Armenien zu eröffnen.“

 

 

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