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Dass Mädchen von Lehrern an der Schule geschlagen werden, hat Max Widenmeyer tief betroffen gemacht. Doch in Kenia ist dies offenbar immer noch gang und gäbe. Und es gehört zu den Erfahrungen, die der 19-jährige Schüler der Christiane-Herzog-Schule in diesem Sommer für einige Wochen an der Bishop-Sulumeti-Girls-High-School in Kakamega gesammelt hat.

"Wir wollen den Schülern die Möglichkeit bieten, eine andere Kultur kennenzulernen und sie politisch bilden", sagt Lehrerin und Projektleiterin Silke Fischer. Seit Jahren arbeitet die berufliche Landkreisschule mit mehreren Partnern in verschiedenen Projekten zusammen. So erhalten die Schüler die Gelegenheit, einen Einblick in verschiedene Berufsfelder zu bekommen. Nicht nur die deutschen Schüler profitieren davon. Auch für die Afrikaner sei dies sehr bereichernd, zumal dieser Austausch von gegenseitigem Respekt geprägt sei.

Einstieg

Den Einstieg in das Projekt Völkerverständigung und Schulpartnerschaft bildet ein einjähriger Seminarkurs mit dem Titel "Afrika, unbekannter Kontinent", der in der Jahrgangsstufe zwölf der drei beruflichen Gymnasien (Biotechnologie, Ernährungswissenschaft, Sozialwissenschaft) und weiteren Vollzeitschulen der CHS angeboten wird. "Ohne Vorbereitung geht hier niemand raus", versichert Silke Fischer, die die Projekte einst ins Leben gerufen hat.

Den zweiten von drei Bausteinen stellt der Schüleraustausch mit einer internationalen Studenten-Akademie (ISAK) dar. Hier besuchen sich die Schulen im Idealfall regelmäßig gegenseitig. Der dritte Baustein bildet ein Besuch des ICIPE. Das ist ein internationales Forschungsinstitut für Tropenmedizin und Agrarbiologie in den Tropen mit Hauptsitz in Nairobi.

Austausch

Der Nordheimer Max Widenmeyer hat den diesjährigen Austausch miterlebt. "Ich bin ins kalte Wasser geworfen worden und habe gleich am ersten Tag bei einem Fußballprojekt in einem Slum in Nairobi mitgemacht." Dort ist er mit der bitteren Wirklichkeit einer fremden Welt konfrontiert worden: "Wellblechhütte an Wellblechhütte, und Kinder, die keine Zukunft haben." "Fußball ist ein Integrationsfaktor und dient der Straßenkinderarbeit", erklärt Fischer das Waisenprojekt. Viele Kinder wachsen dort ohne Eltern auf, müssen an Regeln und Tagesabläufe erst noch gewöhnt werden. Und beim Fußball müssen sie außerdem lernen, sich in ein Team einzugliedern.

Volontäre

Inzwischen ist die Projektarbeit der Christiane-Herzog-Schule in Kenia um ein weiteres Mosaiksteinchen reicher. Die CHS-Absolventen können seit 2014 ein freiwilliges Soziales Jahr als Volontäre für Deutschunterricht in der Girls-School oder den anderen Projekten machen. Die Volontäre schreiben während dieser Zeit Blogs über ihre Erfahrungen. Die beiden Nordheimer Max Widenmeyer und Josepha Bleibdrey fühlen sich davon angesprochen und wollen dies im Januar 2017 wahrnehmen.

100 Schüler

Rund 100 Schüler haben in den vergangenen elf Jahren an der Schulpartnerschaft teilgenommen und in Kenia nähere Einblicke in die fremde Kultur gewonnen. Silke Fischer: "Es sind bereits Berufslaufbahnen von Schülern durch dieses Projekt beeinflusst worden."
 

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