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Das Leben erleichtern

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Waldemar Braun aus Ilsfeld gehört zu einer weltweit agierenden humanitären Organisation "Engineers without Borders" (EWB). Der 25-Jährige absolviert gerade seinen Master als Bauingenieur am Institut für Technologie in Karlsruhe. Die Organisation setzt sich aus Studenten verschiedener Fachrichtungen zusammen. Ihr Ziel ist die Zusammenarbeit mit Menschen in Entwicklungsländern. Durch nachhaltige Ingenieursprojekte wollen sie die Lebensbedingungen der Menschen dort verbessern.

Wasserversorgung

"Eine zuverlässige Wasserversorgung ist mit eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass die Menschen vor Ort ihren Lebensunterhalt bestreiten können", sagt Felix Dörr und fügt hinzu: "Und sie keinen Grund zur Flucht in andere Regionen sehen." Der 25-Jährige aus der Rhein-Neckar-Region studiert am Institut für Technologie Bauingenieurwesen und leitet das "Jello Adancho Water Project" in Äthiopien – es ist eines von insgesamt neun Projekten der "Ingenieure ohne Grenzen".

"Sowohl meine Studienrichtung als auch meine Reisen in arme Länder findet meine Familie sehr gut", berichtet Waldemar Braun. Während Gruppenleiter Felix Dörr schon etliche Male in Äthiopien war und inzwischen die Regionalsprache Amharisch der Einheimischen beherrscht, reist der Ilsfelder Mitte März erstmals in dieses Land. "Meine Motivation ist sehr groß. Den dortigen Menschen eine Wasserquelle zur Verfügung zu stellen, die ihnen das Leben erleichtert, ist eine wichtige Aufgabe."

Auch die angehende Bauingenieurin Lisa Bönisch (22) und Benjamin Kistenmacher (21, Elektrotechnik), beide aus Oedheim-Degmarn, gehören zur EWB-Hochschulgruppe. Sie betreuen jedoch auch noch andere Projekte. Die rund ein Dutzend Studenten umfassende "Äthiopien-Gruppe" hat schon vor längerer Zeit erste Kontakte mit Menschen geknüpft, die in der trockenen, auf 2000 Meter Höhe gelegenen Hadiya-Zone – etliche Stunden von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt – leben. Vor zwei Jahren hatte Dörr mit weiteren Gleichgesinnten diese Projektgruppe gegründet. "Bereits vor dem Adanco Water Project standen wir mit der Antonia-Ruut-Stiftung, die in Hadiya tätig ist, in Kontakt", berichtet Braun. Die im Jahre 2005 gegründete Stiftung in Trier, die solarbetriebene Brunnen baut, hatte die Studenten gebeten, ihr Know-How und ihre Erfahrung einzubringen.

Zusammen mit der äthiopischen Nichtregierungs-Organisation Smart errichten sie nun einen Trinkwasserbrunnen. Vor allem junge Männer fliehen aus der Region, um der extremen Trockenheit und den schlechten Arbeitsbedingungen zu entkommen. Im Vorfeld wurde bereits ein 122 Meter tiefes Loch gebohrt, verrohrt sowie auf seine Ergiebigkeit und Wasserqualität untersucht.

Spenden

Die engagierten Mitglieder der Projektgruppe betonen, dass keine Kosten entstehen, da alle Arbeiten ehrenamtlich erfolgen. Die Teammitglieder übernehmen zudem die Kosten für Impfungen, Verpflegung oder Unterkunft. Die Karlsruher Projekt-Gruppe ist auf Spenden angewiesen, um ihre ehrgeizigen Ziele zu realisieren. Schon im nächsten Monat fliegen zwölf angehende Ingenieure in verschiedenen Abständen nach Äthiopien, um die begonnenen Arbeiten fortzusetzen und fertigzustellen. red
 

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