Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Keith Richards nennt mich Viny

Übersicht

Alice Cooper ist eine der schillerndsten Figuren der Rock-Historie und seit knapp 50 Jahren für seine provokanten Texte, das auffällige Make-Up und die exzentrischen Bühnenshows bekannt. Am 18. September kommt der Schockrocker für ein Konzert in die Porsche-Arena nach Stuttgart. Im Interview erzählt Cooper, was es mit seinem Künstlernamen auf sich hat und was die Idee hinter seiner Schminke ist. 
Herr Cooper, Hand aufs Herz: Wie viele Menschen nennen Sie noch bei ihrem bürgerlichen Namen Vincent?
Alice Cooper: Nur zwei Menschen. Meine Mutter und Keith Richards (Gitarrist der Rolling Stones, Anmerkung der Redaktion ). Keith nennt mich übrigens Viny

Wieso haben Sie sich für den Künstlernamen Alice Cooper entschieden?

Cooper: Das Ziel war es, alle Eltern gegen uns aufzubringen. Denn uns war schnell klar: Je mehr die Eltern uns hassen, desto mehr lieben uns ihre Kinder. Wir haben einen Bandnamen gewählt, der total irritiert. Es ist ein Frauen- oder Mädchenname. Die Leute waren verwirrt und geschockt, weil wir Schlangen, jede Menge Kunstblut und eine Guillotine auf der Bühne hatten. 

Berühmt ist Ihr Horror-Makeup, das Einfluss auf Künstler wie Marilyn Manson, Kiss oder die Maskenrocker von Slipknot hatte. Was war die ursprüngliche Idee hinter der Schminke und ihrem typischen verschmierten Maskara?

Cooper: Es war eine Notwendigkeit, denn Rock´n Roll hatte damals keinen Bösewicht.Rock´n Roll hatte nur Helden. Ich dachte mir, man braucht einen Schurken, der nicht nur unheimlich ist, sondern auch witzig. Wir wollen den Fans auf der Bühne eine spannende Show bieten, die nie langweilig wird. 

Seit knapp 50 Jahren sind Sie als Schockrocker bekannt. Wovor haben Sie Angst?

Cooper: Ich bin ein klein wenig klaustrophobisch und immer ein wenig nervös, wenn ich in einen Aufzug steige. Und ich mag keine Nadeln, deswegen habe ich auch keine Tattoos am Körper. Ich versuche Bluttests und solche Dinge zu umgehen, wenn es irgendwie möglich ist. 

Sie sind gläubiger Christ und gehen jeden Sonntag in die Kirche. Passt das zusammen mit dem Image, das Sie auf der Bühne haben?

Cooper: Ja, denn ich sehe es nicht so, dass Rock´n Roll die Musik des Teufels ist. Vielleicht ein Teil davon, aber ich glaube, Gott mag diese Musikrichtung wie jede andere auch. Man braucht nicht ein Leben lang den Rockstar-Lifestyle zu pflegen. Diese Phase habe ich hinter mir, ich war ständig betrunken und high. Meine Frau und ich sind mittlerweile seit 43 Jahren verheiratet. Wir betrügen uns nicht. Wichtig ist der Lebensstil, der ist ein Zeugnis. 

Sie sind in der Flower-Power-Zeit in den 60er Jahren aufgewachsen. Hatte das einen Einfluss auf Sie?

Cooper: Nein, wir waren keine Hippies und konnten nicht viel mit Kommunen, der Peace and Love-Community, Regenbögen und solchem Kram anfangen. Wir waren eine Rockband. Uns war die Musik wichtiger, und wir hatten auch nichts gegen ein wenig Brutalität. "Clockwork Orange" war uns näher als der friedliche Hippie-Lebensstil. 

Mit Ihren ersten beiden Bands haben Sie Songs von den Rolling Stones und den Beatles gecovert. Die Gretchenfrage: Welche Band ist besser?

Cooper: Das kann man nicht beantworten. Das ist, als würde man Steak und Hummer miteinander vergleichen. Es sind beides großartige Bands. Die Beatles waren die wahrscheinlich größte Rockband aller Zeiten. Keiner war so einflussreich, keiner hat bessere Songs geschrieben. Aber die Rolling Stones waren und sind näher an den Menschen dran, sie sind eine Straßenband. Ich habe sie vor einer Woche live gesehen, sie klingen immer noch super

Ihre neue EP "Breadcrumbs" erscheint am kommenden Freitag. Die CD ist ein Tribut an die Garagenrockbands ihrer Heimatstadt Detroit.

Cooper: Iggy Pop and The Stooges, MC5, Bob Seeger und Alice Cooper – alle Hardrockbands kamen damals aus Detroit. Unsere Szene war eng mit dem Motown-Label verbunden, jeder kannte jeden. Leute wie Smokey Robinson oder Stevie Wonder haben unsere Konzerte in den Rockclubs besucht, anschließend haben wir ihre Konzerte in den R â??nâ?? B-Clubs angeschaut. Der Motown-Sound hat dadurch auch den Weg in den Rock â??nâ?? Roll gefunden. 

Alice Cooper in Stuttgart:

Mittwoch, 18. September, 20 Uhr, Porsche-Arena, Karten ab 66,90 Euro in den Geschäftsstellen unserer Zeitung und im Internet.

 

Galerien

Regionale Events