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Horror am See

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Düster, brutal, sarkastisch: Mit "Schneller als der Tod" landete Josh Bazell einen Volltreffer. "Tarantino der Krimiszene", jubelten die Kritiker. Für sein Buch über den Ex-Mafiosi Pietro Brnwa gewann Bazell den Deutschen Krimi-Preis. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den zweiten Krimi des amerikanischen Arztes und Autors, den er jetzt vorgelegt hat.
 
In "Einmal durch die Hölle und zurück" hat Auftragskiller Brnwa die Waffe gegen einen Bohrer getauscht und arbeitet unter einem Decknamen als Zahnarzt auf einem Kreuzfahrtschiff. Doch dann soll er im Auftrag eines Milliardärs an einer Expedition an den White Lake in Minnesota teilnehmen.
 
Der birgt ein blutiges Geheimnis. Zwei Teenager sind dort unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, einem Mann soll ein Monster das Bein abgerissen haben. Zusammen mit der Paläontologin Violet Hurst legt sich Brnwa alias Lionel Azimuth auf die Lauer. Doch der einstige Profikiller hat nicht nur mit der Horrorausgabe von Loch Ness zu kämpfen. Auch seine Mafia-Vergangenheit holt ihn ein.
 
Glaubt man bei den ersten Seiten noch, Bazell kann mit seinem zweiten Krimi die hohen Erwartungen erfüllen, wird man bald enttäuscht. "Einmal durch die Hölle und zurück" ist ziemlich unausgegoren. Beim Vorgängerroman begeisterte der Genre-Mix aus Thriller, Krimi und Gangstersatire; jetzt entsteht der Eindruck, der Autor konnte sich nicht zwischen Horror und Krimi entscheiden. Der Versuch, beides zu mischen, ist misslungen.
 
Bazell spinnt zu viele Gedanken, denen der Leser nur schwer folgen kann. So fühlt man sich nicht unterhalten, sondern ziemlich verloren. Das Ende ist offen und ein dritter Band somit wahrscheinlich. Als Leser wünscht man sich diesen, aber nicht als Fortsetzung, sondern als Wiedergutmachung.
 
 
Josh Bazell
Einmal durch die Hölle und zurück
S.Fischer Verlag, Frankfurt/M.
409 Seiten, 18,95 Euro
 
 
 
 

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