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Tongue-Twisters und Tungeknekker

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Ganz am Ende fragt Gerhard Henschel: „Und die Japaner? Die Vietnamesen? Die Kambodschaner? Die Aborigines? Die Kuschiten? Die Nubier? Die Cheyenne?“ Wir wollen es gar nicht wissen, denn was der 49-jährige Schriftsteller auf den Seiten zuvor an Zungenbrechern aufbietet, reicht für genügend Lachanfälle. Da ist es egal, woran der Japaner sich gerne die Zunge verrenkt.
 
Unerschöpflich Natürlich kennen wir alle so Sprüche wie: "Plättbrett bleibt Plättbrett, und Brotlaib bleibt Brotlaib." Doch damit ist die Welt der Sätze, die fehlerfrei kaum auszusprechen sind, noch gar nicht richtig betreten. Wie nahezu unerschöpflich das Repertoire ist, zeigt Gerhard Henschel in seinem Buch "Zungenbrecher", und zwar ist er international unterwegs.
 
Wobei, zugegeben, Sätze wie der folgende für uns Schwaben durchaus schon international klingen: "Wenn hei nei so’n hart Hart harr hätt, hätt hei hör hett." Auf Hochdeutsch bedeutet dieser Plattdeutsche Satz: "Wenn er nicht so ein hartes Herz gehabt hätte, hätte er sie gehabt." Da tun wir uns mit dem Bayerischen schon leichter: "Wonn i kemma ko, kimm i, i wia owa koam kemma kinna.“
 
Und dann geht es erst richtig los mit Tongue-Twisters aus England, mit Skorogovorki aus Russland oder Tungeknekker aus Norwegen. Wobei der eine norwegische Spruch an Fischers Fritze erinnert: "Fisker’n Finn fiska fersk fisk forige fredag", was heißt, dass der Fischer Finn seine frischen Fische vorigen Freitag gefangen hat.
 
Zum Schluss noch ein bisschen Ungarisch: "Öt török öt görögöt dögönyöz örökös örömök között." Es geht, so erklärt Henschel, um fünf Türken, "die inmitten endloser Lustbarkeiten fünf Griechen massieren". Wer wollte sich angesichts solcher Töne nicht auch gleich massieren lassen.
 
Gerhard Henschel
Zungenbrecher
Hoffmann und Campe, Hamburg
127 Seiten, 17,99 Euro
 
 
 

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