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Der Jünger von Las Vegas

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Sie ist weder Polizistin noch Detektivin, sondern eine Wirtschaftsprüferin. Und doch löst sie clever die kompliziertesten Fälle: Ava Lee heißt die neue Krimiheldin, die der Kanadier Ian Hamilton schuf und die nun im Begriff ist, auch den deutschsprachigen Büchermarkt zu erobern. Im aktuellen Fall ist "Der Jünger von Las Vegas" (Klein & Aber Verlag, 368 Seiten, 19,90 Euro) Lees Observierungsobjekt. Und dazu muss sie um die ganze Welt jetten.
 
Wer bereits den ersten Band der Ava-Lee-Reihe, "Die Wasserratte von Wanchai", gelesen hat, weiß, dass die junge Frau ständig in Bewegung ist, unheimlich viel einstecken, aber auch ganz gut austeilen kann. Sie ist in des Wortes eigentlicher Bedeutung ziemlich schlagfertig, beherrscht asiatische Kampfsportarten und unterscheidet sich auch sonst erheblich vom Großteil ihrer Geschlechtsgenossinnen.
 
Das müssen auch einige einflussreiche Herren der Gesellschaft feststellen, egal, ob sie Politiker, Wirtschaftsmogule oder Schurken oder alles zusammen sind. Unterstützung findet Ava Lee bei "Onkel", ihrem geheimnisvollen Auftraggeber aus Hongkong. Er hält sie ganz schön auf Trab. Ab nach Las Vegas, wo der "Jünger" und andere zwielichtige Typen beim Online-Poker Ahnungslose schröpfen.
 
 

Mörderische Gefahren

Was treibt die rastlose Wirtschaftsprüferin an, sich so oft mörderischen Gefahren auszusetzen? Ihr Wissen, ihre Abenteuerlust und moralische Integrität und nicht zuletzt der Zufall wollten es, dass sie Gefallen an detektivischen Einsätzen fand. Schließlich sind auch 30 Prozent Provision ein überzeugendes Argument. In diesem Fall ganz besonders, denn Lee soll 50 Millionen Dollar aufspüren.
 
Ob sie das Geld findet, ist eher nebensächlich. Das Wie bestimmt das Tempo des Romans, und das ist rasant. Der teilweise recht martialischen Handlung setzt Hamilton die Liebenswürdigkeit der Hauptakteurin entgegen. Kontrast zum Sittenverfall, zur Korruption und Gier der Gesellschaft ist die stilvolle friedliche Wohnung Lees in Toronto. Das Buch ist eine eigenwillige Mischung aus Krimi, Eastern, Actionstrip und Reiseführer. Die Heldin ist schön, klug, jung, sportlich, gerecht und wohlhabend. Allerdings liebt sie Frauen. Es ist eben ein etwas anderer Roman mit einer etwas anderen Protagonistin.
 
 
 

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