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Eisnattern

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Staatsanwältin Chastity Riley – nein, nicht aus New York oder London, sondern aus Hamburg – drückt sich so rum, zwischen dem Karolinenviertel und der Reeperbahn, zwischen den Männern, zwischen den Emotionen, zwischen Weihnachten und Neujahr, und nix kriegt sie so richtig hin. Allerdings lässt ihr eine Sache dann doch keine Ruhe: Irgendjemand spielt den Obdachlosen in St. Pauli übel mit, und so nimmt sie mal den einen, dann den anderen ihrer Männer mit durch den frischen Schnee und die elende Weihnachtsstimmung hinab in die Pestkeller und hinauf zu den Bürgerkindern, bis sie’s eben doch hinkriegt, das mit den Pennern.
 

Ironischer Ton

In Simone Buchholz’ fabelhaftem Hamburg-Krimi "Eisnattern" (Droemer Verlag, 223 Seiten, 12,99 Euro) stimmt alles. Der Ton: schnoddrig, voller Ironie und Treffsicherheit ("Es schwebte ein Grauen über der Treppe"). Die Typen: zwischen Möchtegern-Upperclass und Doch-echt-abgefuckt. Die Story: Staatsanwältin hat Urlaub, erledigt nebenher einen Fall und bleibt sich, so weit möglich, treu. Die Haltung: Die Liebe und der Suff, das reibt die Männer, ähm Riley, uff. Das Foto der Autorin: mit Kapuze und einer winzigen Androhung von Ich-kann-auch-ganz-anders im Gesicht.
 
Frau Buchholz, das ist allerfeinster Stoff, wie man ihn hierzulande selten bekommt und natürlich die perfekte Ware für jene, die an Weihnachten eher leiden als sonst was. Einer Sache allerdings müssen wir widersprechen: "Wodka ist im Grunde der einzige akzeptable Alkohol", behauptet Frau Staatsanwältin. Nein, das ist Lauffener Lemberger.
 
 
 

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