Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Spannender Migranten-Krimi

zurück zur Übersicht
Kemal Kayankaya ist wieder da, der türkischstämmige Frankfurter Privatdetektiv, und um es gleich zu sagen: Er wird Vater. Davor allerdings muss er zwei Aufträge übernehmen, die ihn schwer in die Bredouille bringen, wobei er ständig zwischen dem Frankfurter Bahnhofsviertel, den Messehallen und dem Villenvorort der Schwerreichen hin und her muss, und das mit dem Fahrrad. Da ist zum einen Valerie de Chavannes, Bankierstochter, verheiratet mit einem erfolgreichen Künstler, deren Tochter Marieke verschwunden ist und vermutlich Probleme mit Drogen hat. Und da ist der schwule marokkanische Schriftsteller Malik Rashid, dem sein deutscher Verlag bei der Buchmesse vorsichtshalber angemessenen Personenschutz zukommen lässt – da setzt man eben auf Kemal, klingt ja irgendwie nach Moslem. Aber Kayankaya lässt sich nur ungern festlegen.
 
 
 

Highlight des deutschen Krimijahres

Routiniert spielt Jakob Arjouni in "Bruder Kemal", seinem fünften Kayankaya-Roman seit 1985, mit den Milieufacetten jener deutschen Realität, die als "migrantische Gesellschaft" inzwischen sowohl die "BRD mit Gastarbeiter" als auch die naiven Utopien der Multikulti-Idee abgelöst hat. Soziale Wirklichkeiten haben wenig übrig für Romantizismen oder rückwärtsgewandten Konservatismus, und der Kriminalroman war immer schon das Genre, in dem das Vorwärtsdrängende dieser Wirklichkeiten sich am schärfsten und am schnellsten künstlerisch manifestierte.
Arjouni weiß, wie man diese Wirklichkeiten abbildet und mit Humor veredelt, so dass sie auch dem Verstocktesten runtergehen wie Lauffener Lemberger. Highlight des deutschen Krimijahres!
 
    

Galerien

Regionale Events