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The Bank Hacker

Firewall runter, das ist ein Überfall!

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Mit gezückter Waffe in eine Bank spazieren, „Hände hoch, das ist ein Überfall“ schreien und mehrere Hunderttausend Euro erbeuten? Viel zu altmodisch. Viel zu analog. Und – mit Blick auf den möglichen Ertrag – eigentlich auch viel zu klein gedacht. Denn heutzutage erleichtert man ein Geldinstitut nicht über dessen Schalter um Geld, sondern über dessen Server. Und dann dürfen es auch schon mal mehrere Millionen Euro sein. Vorausgesetzt, man hat die nötigen Kenntnisse, um ins IT-System des Unternehmens einzudringen. 

Der 19 Jahre alte Student Jeremy Peeter (Tijmen Govaerts) verfügt über solche Kenntnisse und gerät darum ins Visier von Gentleman-Gauner Alidor Van Praet (Gene Bervoets) und seiner Bande. Jeremys Familie steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten, nachdem sein Vater durch falsche Anlagen, zu denen ihm sein Bänker geraten hatte, sein ganzes Vermögen verloren und sich anschließend das Leben genommen hat. Nun sinnt sein Sohn, ein introvertierter Nerd, auf Rache. Alidor und seine Komplizen hingegen hatten bei ihrem letzten Coup eigentlich genug abgeräumt, um sich für den Rest ihres Lebens einen schönen Lenz zu machen. Doch die Sache flog auf, Alidor fuhr ein, und das Geld auf den Offshore-Konten war futsch. Aus der Haft entlassen, will er jetzt so schnell wie möglich das nächste Ding drehen.

Im Verhör

Planung, Vorbereitung, Durchführung: In der belgischen Serie „The Bank Hacker“, die jetzt neu in der ZDF-Mediathek abrufbar ist, erzählt Jeremy im Verhör mit Staatsanwältin Erica DeBoek (Hilde De Baerdemaeker) rückblickend vom Cyberangriff dieser bunten Gangster-Truppe auf eine Antwerpener Großbank. Welche Rolle er selbst dabei gespielt hat, kommt erst nach und nach ans Licht. Stationen des mit einem funky Soundtrack unterlegten und bisweilen in Slow Motion ablaufenden Achtteilers führen unter anderem nach Frankfurt und Tel Aviv. 

Das zusammengewürfelte Team setzt sich aus den üblichen Verdächtigen einer solchen Geschichte zusammen. Der clevere Andy (Joren Seldeslachts) etwa kümmerte sich bislang um alle IT-Belange, überwarf sich nach dem missglückten Beutezug allerdings mit den Kollegen, weswegen nun Ersatz für ihn her muss. Prince (Manuel Broekman) ist der misstrauische Hitzkopf der Gruppe, der auf Muskeln statt auf Köpfchen setzt und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Die verführerische Ada (Ella-June Henrard) beweist wiederum ein außerordentliches Talent dafür, Menschen zu manipulieren, und mischt zum ersten Mal bei einer krummen Tour ihres Vaters Alidor mit.

Zu spät

Der Verkleidungskünstler ist die graue Eminenz an der Spitze, die sich vor allem gegenüber dem jungen Jeremy gerne auch mal väterlich gibt. „Kleine Bauern wie wir interessieren niemanden“, erklärt der Hobby-Schachspieler dem IT-Studenten einmal, „sollten sie es allerdings auf die andere Seite schaffen, verwandeln sie sich in Damen und können das Spiel drehen.“ Dass der digitale Banküberfall alles andere als ein Spiel ist, die selbst auferlegte Keine-Gewalt-Regel vielmehr bald gebrochen wird und seine Familie in Gefahr gerät, muss Jeremy feststellen, als es zu spät ist. Zu tief ist er schon darin verstrickt. 
„The Bank Hacker“ aus der Feder von Kristof Hoefkens und Maarten Goffin ist eine routinierte Heist-Serie (US-Slang für Raubüberfall) inklusive doppeltem Boden, die dem Genre keine wirklich neuen Aspekte hinzufügt. Die Sympathien sind klar verteilt. Frei nach Robin Hood wird hier von der korrupten, reichen Großbank genommen, um es den finanziell Benachteiligten zu geben. Nach einer etwas zähen ersten Hälfte gelingt es den Regisseuren Frank Van Mechelen und Joost Wynant dann doch noch, die Spannungsschraube anzuziehen.

The Bank Hacker hat acht Folgen mit jeweils 50 Minuten und ist bis zum 18.Juli 2021 in der ZDF-Mediathek aufrufbar.

 

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