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Durch Drogen getrennt

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Mit der Serie „Narcos“ gelang Netflix ab dem Jahr 2015 mit insgesamt drei Staffeln ein großer Wurf. Die spannende Geschichte vom Aufstieg und Fall des Pablo Escobar, dem weltweit bekannten kolumbianischen Drogenbaron, Schmuggler und Terroristen, wurde für den Streamingdienst weltweit zum Erfolg. Amazon Prime Video nimmt sich in „Dom“ nun einer weniger bekannten True-Crime-Story an, blickt dabei aber nach Brasilien, wo der junge Gangsterboss Pedro Dom kurz nach der Jahrtausendwende für allerlei Aufsehen sorgte.

Beruhend auf wahren Begegebenheiten und vermischt mit fiktiven Elementen verfolgt die achtteilige Serie zwei Familienmitglieder, die ungleicher nicht sein könnten: Vater Victor Dantas (Flàvio Tolezani), einen ehemaligen Polizisten, und seinen Sohn Pedro (Gabriel Leone), einen Kriminellen, der schon mehrmals einen kalten Entzug hinter sich bringen musste, der gerne bei drogengeschwängerten Partys in einer Favela von Rio de Janeiro die Nacht zum Tag macht und der mit seinem blendenden Aussehen den jungen Frauen den Kopf verdreht. Sein Vater Victor wurde in seinen Jugendjahren in den 1970ern als Drogenfahnder im Kampf gegen das damals frisch das Land überströmende Kokain angeworben. Inzwischen hat Victor aber den Dienst quittiert und verdient seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Möbelfirma. Pedro hingegen zieht es in den 2000er Jahren immer weiter in eine Abwärtsspirale, die ihm gleichzeitig aber auch eine glorreiche Karriere in der Unterwelt beschert.

Konflikt

„Dom“ ist Amazons erste eigene brasilianische Serienproduktion. Mit wenigen Figuren gelingt ein Gesellschaftsporträt des jeweiligen Jahrzehnts, das Themen wie Korruption, Armut, Perspektivlosigkeit aber auch die Auswirkungen der Militärdiktatur streift. Im Zentrum steht jedoch eine Familie, die durch Drogen, vor allem Kokain, immer weiter auseinanderdriftet. Der Konflikt zwischen Vater und Sohn verschärft sich dadurch zusehends. Spannend ist vor allem die Erzählweise: In mehreren Zeitsträngen werden die Motivationen der Figuren fein säuberlich herausgearbeitet. Ergründet wird, wie Pedro und sein Vater so unterschiedliche Lebenspfade einschlagen konnten, obwohl sie auf ähnliche Erfahrungen in Jugend und Kindheit zurückblicken. Während der Vater den Kampf gegen Drogen und Kriminalität nie aufgegeben hat, geht der Sohn ähnliche Wege, doch er nutzt die eigenen Vorteile und macht das schnelle Geld. „Dom“ bietet eine gelungene Mischung aus Action, Gewalt und Sex, behandelt Fragen nach Schuld, Moral und Reue – überzogen ist das nur, wenn die Vater-Sohn-Beziehung manchmal recht arg ins Melodramatische abkippt. 

Fakten 

,,Dom'' hat Acht Folgen, jeweils circa 60 Minuten. Ist ab 16 freigegeben und auf Amazon Prime verfügbar.

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