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Fatale Schicksalsgemeinschaft

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Wie weit würde man für die große Liebe gehen? Würde man gefühlsgeleitet eine Straftat begehen? Vielleicht sogar vor einem Mord nicht zurückschrecken? Das Leben von Rei Nagasawa (Kiko Mizuhara) wird im japanischen Film „Ride or Die“ von Regisseur Ryuichi Hiroki, der ab heute auf Netflix zu sehen ist, durch einen Anruf auf den Kopf gestellt. Am anderen Ende ist ihre ehemalige Klassenkameradin Nanae Shinoda (Honami Sato), in die sie schon seit Schulzeiten unglücklich verliebt ist. Zehn Jahre haben sich die beiden Frauen nicht gesehen. Bei einem ersten Treffen bemerkt Rei, dass Nanaes Körper über und über mit blauen Flecken und Prellungen übersät ist. Sie wird von ihrem Ehemann misshandelt.

Als Nanae Rei bittet, ihren Gatten umzubringen, zögert diese nicht lange und schafft ihn bei einem vorgetäuschten One-Night-Stand aus dem Weg. Danach begeben sich die beiden Protagonistinnen auf eine ziellose Flucht, die sie scheinbar immer näher zueinander führt. Basierend auf dem erfolgreichen Manga „Gunjo“, ist „Ride or Die“ das Porträt einer komplizierten Freundschaft zweier Frauen, ein Roadmovie, das Themen wie Schuld, Manipulation, sexuelles Verlangen und Abhängigkeit verhandelt und damit die Grenzen von zwischenmenschlichen Beziehungen auslotet. Ebenso unbeständig wie das Verhältnis der beiden Frauen, ist die Erzählweise des Films, die sich an keine bekannten Strukturen hält, nichts beschönt, und sich damit einer rohen und fast schon unschönen Form der Wahrheitsabbildung bedient.

Kein Mainstream

In Rückblenden wird die schwierige Verbindung von Rei und Nanae erläutert, im Jetzt tauschen die beiden Frauen Geheimnisse aus, besuchen die Orte, an denen sie aufgewachsen sind. Rei, die in eine reiche Familie geboren wurde und Mangel niemals kennengelernt hat, Nanae, die aus bescheidenen Verhältnissen stammt, und schon immer ihren Körper einsetzen musste, um einen Ausweg aus ihren Lebensbedingungen zu finden: erst als Hochleistungsleichtathletin, dann als Frau eines reichen Mannes. Die Beziehung der beiden Frauen steht dauerhaft unter einem schlechten Stern.

Als Zuschauer begleitet man zwei verlorene Seelen, eine sexuell aufgeladene Schicksalsgemeinschaft, auf einer Reise durch Höhen und Tiefen, auf der Suche nach einem Lebenssinn. Oft scheint es so, als wisse der Film nicht, wohin er möchte. Über die sehr lange Laufzeit von 142 Minuten stellt er die Sehgewohnheiten auf die Probe. Für einen Thriller hält die Spannung nicht lange genug, für eine Charakterstudie bleiben die Figuren oftmals zu distanziert. Doch gerade in der Mischung und getragen von zwei tollen Schauspielerinnen zielt der Film bewusst und gekonnt am Mainstreamkino vorbei.

Der japanische Film ist freigegeben ab 16 Jahren und abrufbar auf Netflix. 

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