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Grenzenlose Geisterjagd

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Die Suche nach greifbaren Beweisen für ein Leben nach dem Tod ist ein immer wiederkehrendes Motiv in Horrorfilmen. Als eine Frage, die die Wissenschaft bis heute nicht beantworten kann, liefert sie unzählige Möglichkeiten, die Ungewissheit fiktional auszuleuchten. Die Neugier, was uns nach dem Tod erwartet, ist auch treibende Kraft für die beiden Protagonisten im thailändischen Gruselfilm „Ghost Lab“, der jetzt beim Streamingdienst Netflix zu sehen ist. 

Die beiden jungen Doktoren Wee (Thanapob Leeratanakachorn) und Gla (Paris Intarakomalyasut) sind langjährige Freunde und arbeiten gemeinsam in einem Krankenhaus. Sie sind ein ungleiches Paar. Wee ist ein eher zurückhaltender Mensch, der seine Zeit fast ausschließlich im Krankenhaus verbringt, weil dort seit vielen Jahren seine schwerkranke Mutter liegt, Gla dagegen ist extrovertiert und führt mit Mai (Nuttanicha Dungwattanawanich) eine glückliche Beziehung. Bei einer Nachtschicht sehen die beiden den Geist eines kurz zuvor grauenvoll verstorbenen Patienten. Besonders bei Gla, der als Kind schon den Geist seines toten Vaters erlebt hat, weckt das die Lust, der Sache auf den Grund zu gehen. Auch Wee schließt sich nach anfänglicher Skepsis an. Da sie die paranormalen Erscheinungen aber weder mit ihren Handykameras noch mit Wärmebildkameras oder weiteren Gerätschaften festhalten können, wagen die beiden Ärzte ein Experiment, das gravierende Folgen hat.

Unausgegoren

Obwohl die Grundidee von „Ghost Lab“ jede Menge Potenzial mit sich bringt, gelingt es Paween Purikitpanya nie vollends, dieses auch abzurufen. Das liegt vor allem daran, dass der Regisseur fast willkürlich zwischen Genreelementen springt. Für einen Horrorfilm fehlen die durchweg spannenden Momente, ansonsten reihen sich humoristische an viel zu überzogene, melodramatische Passagen. Das wirkt über die zu lange Spielzeit von fast zwei Stunden unausgegoren. 

Purikitpanya stellt nicht die paranormalen Erscheinungen in den Vordergrund, viel mehr interessieren ihn die Folgen der Handlungen der beiden Ärzte. Die Geister sind quasi nur der Impuls, um die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten zu ergründen. In den Momenten, wenn die unterschiedlichen Philosophien der Männer aufeinanderprallen und damit auch deren Freundschaft auf die Probe gestellt wird, ist der Film am stärksten. Wie weit würde man gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Sind dem Vorgehen der Wissenschaft überhaupt Grenzen gesetzt? Der eingeläutete, fast schon obsessive Forschungsdrang von Wee und Gla wird relativ gut eingefangen, im letzten Drittel des Films aber durch einige unlogische Entscheidungen wieder zunichte gemacht.

Ghost Lab ist 117 Minuten lang und ab 16 Jahren freigegeben. Der Film ist auf Netflix abrufbar.

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