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Kinostart - "Ich bin dein Mensch"

Liebe in Zeiten des Algorithmus

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Das Kino hat an der Idee von künstlichen Menschen immer schon ein besonderes Interesse gezeigt. Egal in welches Jahrzehnt man blickt: Seit jeher haben künstliche Geschöpfe die Leinwand bevölkert, wobei das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine traditionell ein schwieriges ist: sei es die Roboterfrau Maria in Fritz Langs monumentalem Kult-Stummfilm „Metropolis“ (1926), die menschenähnlichen, hochintelligenten Androiden in Ridley Scotts Dystopie „Blade Runner“ (1982) oder Arnold Schwarzenegger als eiskalter Cyborg in der „Terminator“-Trilogie. 

Ein Roboter in Menschengestalt ist auch Tom (Dan Stevens) in Maria Schraders futuristischer Dramödie „Ich bin dein Mensch“, die jetzt in den Kinos startet. Die Mittvierzigerin Alma (Maren Eggert) hat sich als Wissenschaftlerin am Berliner Pergamonmuseum auf ein Experiment eingelassen, um an Forschungsgelder zu kommen. Drei Wochen lang soll die Großstadtfrau mit Tom zusammenleben, der perfekt auf sie eingestellt ist, sie mit teilweise kitschigen Komplimenten überschüttet, so programmiert ist, um der ideale Lebenspartner zu sein. Nach anfänglicher Skepsis und einigen Irritationen – ausgelöst durch Toms roboterhafte Ungelenkigkeit – lernt die künstliche Intelligenz schnell dazu, passt sich an Alma an, und sie findet Gefallen an diesem seltsamen Wesen. Doch kann diese Liebe beruhend auf perfekter Berechnung eine Zukunft haben? Und kann man einen Roboter überhaupt lieben (lernen)?

Tiefgründig

Regisseurin Maria Schrader hat den Durchbruch spätestens jetzt geschafft. Nach ihrer mit einem Emmy ausgezeichneten Netflix-Miniserie „Unorthodox“ wird sie nun die Geschichte des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein verfilmen, der 2020 wegen mehrerer Sexualverbrechen zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde. „Ich bin dein Mensch“ lief im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale und erhielt einen Silbernen Bären (Maren Eggert für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle).

Und das zurecht. Denn Schraders dritter Spielfilm ist nur vordergründig eine Komödie und spielt spätestens ab der zweiten Hälfte des Streifens mit tiefgründigen Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Liebe, nach den Grundlagen des Menschseins und der Unabhängigkeit einer Frau. Der bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzte Film (unter anderem sind Sandra Hüller, Jürgen Tarrach und Henriette Richter-Röhl zu sehen) lässt sich Zeit für seine Figuren, arbeitet sich mal ernst, mal humorvoll an Themen wie Ethik, Religiosität und Einsamkeit ab. Eggert und Stevens harmonieren hervorragend als Paar, das zwischen zweifelhafter, durch einen Algorithmus geprägten Intimität und kühler Distanz pendelt. Ein Film, der nachwirkt. 

Ich bin dein Mensch hat eine Spielzeit von 104 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben.

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