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Die Zeit nach dem Schulabschluss ist eine Umbruchphase, denn dann beginnt die Weichenstellung für das weitere Leben. Ist ein Studium das Richtige? Entspannt man erst einmal oder sucht sich einen Arbeitsplatz und bleibt womöglich in der gewohnten Umgebung? In der Serie „Panic“, die jetzt bei Amazon Prime Video angelaufen ist, haben sich die Absolventen des texanischen Provinznests Carp etwas Besonderes einfallen lassen. Seit einiger Zeit feiern sie den Sommer mit einem Spiel voller Mutproben, genannt „Panic“. Aus dem geht der Sieger mit einem saftigen Preisgeld hervor und hat damit die finanziellen Möglichkeiten, dem Mief der öden Kleinstadt zu entfliehen.

Doch ganz so harmlos sind die Spiele dann doch nicht, denn die Teilnehmer werden vor harte Entscheidungen gestellt und mit ihren größten Ängsten konfrontiert. Und: In der vergangenen Ausgabe gab es sogar zwei Todesfälle zu beklagen. 

Waghalsig

Heather (Olivia Welch), eine smarte und hübsche junge Frau, hält im Gegensatz zu ihren Mitschülern gar nichts von diesem waghalsigen Wettbewerb, schließt sich ihm kurz vor Beginn aber doch an. Der Grund? Mit ihrer kleinen Schwester und ihrer Mutter, einer Trinkerin, lebt sie in einer spärlichen und heruntergekommenen Behausung. Das Geld, das Heather mühsam gespart hat, wird von ihrer Mutter entwendet – angeblich für eine Reparatur des Autos. Als dann noch der erhoffte Job für den Sommer wegbricht, entschließt sie sich, an „Panic“ teilzunehmen, um ihren Traum vom College doch noch verwirklichen zu können. Je tiefer sie mit ihrer Freundin Natalie Williams (Jessica Sula) in den Wettbewerb einsteigt, desto mehr verschieben sich die Grenzen des moralisch Vertretbaren. Und wer verbirgt sich hinter den mysteriösen Organisatoren und Juroren des Spiels? 

Spannung

Basierend auf dem gleichnamigen Jugendbuch der Amerikanerin Lauren Oliver ist das, was einem „Panic“ als Grundgeschichte anbietet, nicht wahnsinnig innovativ: Da sind die typischen Highschool-Charaktere wie der vorlaute Schönling oder das kluge Mauerblümchen, dazu kommen typische Teenager-Probleme, die Liebschaften und Eifersuchts-Dramen. Das alles ist fast schon furchterregend platt. Noch

dazu sind einige der angeblichen Schulabsolventen schlichtweg zu alt, als dass man ihnen ihre Rolle wirklich abkauft. Und auch die Polizei, die dem geheimen Treiben auf die Schliche kommen will, verhält sich fast schon hanebüchen naiv. Trotzdem hält einen die Serie bei der Stange. Das liegt am klug inszenierten Spannungsbogen und vor allem am gut transportierten Gefühl, in der Provinz zu versacken und abgehängt zu werden.  

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Am 14. Juli liest Dr. Natasha A. Kelly aus ihrem Buch über Rassismus.