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Willkommen in der Apokalypse

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Die Frage, wie viel Schlaf ein Mensch braucht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche fühlen sich bereits nach fünf bis sechs Stunden putzmunter, andere benötigen neun bis zehn Stunden, um gut durch den Tag zu kommen. Während Kinder deutlich mehr Schlaf brauchen, kommen viele Erwachsene mit etwa sieben bis acht Stunden aus. Vom schlimmsten Fall geht der Film „Awake“ aus, der jetzt beim Streamingdienst Netflix gestartet ist. Der Science-Fiction-Thriller beleuchtet, was passiert, wenn die Menschheit vom einen auf den anderen Tag nicht mehr schlafen kann. Eine spannende Idee, der aber vor allem ein durchdachtes Drehbuch fehlt.

Phänomene Im Zentrum der Geschichte steht die ehemalige Soldatin Jill Adams (Gina Rodriguez), die wegen einiger Drogenvergehen in der Vergangenheit das Sorgerecht für ihre Kinder Noah (Lucius Hoyos) und Matilda (Ariana Greenblatt) verloren hat. Bei einem gemeinsamen Ausflug passiert dann Unfassbares, und nicht nur die kleine Familie, sondern gleich die gesamte Menschheit wird mit einigen unerklärbaren Phänomenen konfrontiert. Erstens: Weltweit ist sämtliche Elektronik ausgefallen, der Strom funktioniert nicht mehr und Satelliten stürzen aus ihrer Umlaufbahn. Zweitens und noch viel verheerender: Der Vorfall hat die Schlaffähigkeit des Menschen zerstört. 

Je länger die Schlaflosigkeit anhält, desto fataler zeigen sich bei vielen die Konsequenzen: Konzentrationsschwächen, Halluzinationen, Paranoia, Organversagen. Aber es gibt einige wenige Ausnahmen, die noch immer Schlaf finden – darunter auch Jills Tochter Matilda. Das weckt nicht nur die Neugier der schlaflosen Mitmenschen, sondern auch das Interesse einiger Wissenschaftler, die ein mögliches Heilmittel zu generieren versuchen. Gemeinsam machen sich Jill und ihre Kinder auf den Weg zu einer Forschungseinrichtung – was sich als ein Kampf ums Überleben entpuppt.
Hysterie Ganz nach dem Motto „Ich nehme dir deinen Biorhythmus, und du zeigst mir, wer du bist“ zeigt „Awake“ die gefährlichen Folgen von Schlafentzug, dreht aber viel zu schnell und vor allem zu stark an der Hysterieschraube. Schon nach kurzer Zeit wird die Szenerie von mordenden Mobs, Plünderern und religiösen Fanatikern überzogen. Das wirkt wenig überzeugend, auch weil der Eingriff von staatlichen Instanzen gänzlich fehlt. Dazu kommen Protagonisten, deren H

andlungen nicht glaubwürdig sind, und ein Ende, das einen unbefriedigt zurücklässt. Obwohl gut besetzt – in einer Nebenrolle spielt unter anderem Jennifer Jason Leigh („The Hateful 8“) – wirkt der Film wie ein wenig durchdachter Schnellschuss. Da wäre mehr möglich gewesen. 

Der Film ,,Awake'' hat eine Spielzeit von 96 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben, Abrufbar auf Netflix.

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