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Jung und ambitioniert

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Die Geschichte beginnt mit einem ganz klassischen Abreißzettel, den die Geschwister Ivana (Ivi) und Julian (Jules) Stipovic 2014 im Heilbronner Mönchsee-Gymnasium (MSG) aufhingen. "Wer hat Lust auf eine Rockband?“ stand darauf. "Niemand meldete sich, obwohl einige Streifen des Zettels abgerissen waren“, erinnert sich Ivi. Dann kam Leo Sandrisser – und riss den letzten Streifen ab. "Schicksal“ nennen sie es heute. 

Eigene Songs

Sängerin und Keyboarderin Ivi, Schlagzeuger Jules und Gitarrist Leo proben eine Weile zu dritt. Dann wird klar: Ein Bassist muss her. Leo erinnert sich an Marius Kadlubsky (Kadu), mit dem er einst auf der selben Musikschule war. Kadu hat Lust auf die Band, die Vier gehen zusammen aufs Weindorf und in den Proberaum: "Es hat perfekt gepasst.“ Ivi, Jules, Leo und Kadu covern anfangs Chuck Berry oder Itchy Poopzkid, um Spielpraxis zu kriegen, beginnen aber früh, eigene Lieder zu schreiben: "Hello Paradise“ ist im Juni 2015 der Titel ihres ersten eigenen Songs – und Titeltrack der ersten EP mit sechs Liedern, die per Crowdfunding über die Plattform Startnext mit einem vierstelligen Betrag finanziert wurde.

Studioaufnahme

"Freunde und Verwandte haben uns unterstützt, Sponsoren wie Wohnbau Löw Heilbronn, Büro für Kulturmanagement Speyer oder e-vertising in Taunusstein und sogar Leute aus Norwegen“, freuen sich die vier jungen Musiker. Mit der EP war klar: "Wir machen mit der Musik ernst.“

Eigentlich wollte die junge, unerfahrene Band ins Studio. Aber Daniel Schütt vom Popbüro Heilbronn-Franken schrieb ihnen auf Facebook und lotste sie auf andere Pfade. "Wir haben die Songs dann im Studio des Popbüros aufgenommen und eine Menge Geld gespart“, sagt Leo. Produziert hat die Scheibe Dennis Schickner

Musikalische Vielfalt

Paradision – auch der Bandname lehnt sich an den Debütsong an – sind jung und ambitioniert. Ihre Musik bietet zwischen erfrischendem Riffrock bis hin zur kompositorisch aufwendigen Ballade alles, was das Herz begehrt. Wer das Quartett live gehört und gesehen hat, ist beeindruckt von der energetischen Bühnenshow mit akrobatischen Einlagen, ausgedehnten Soli samt Ausflügen ins Publikum. Alles sehr professionell: Leo spielt enorm schnelle Gitarrensoli, auch mal hinter dem Rücken oder mit den Zähnen.

Jung und ambitioniert

Ivi (17) geht in die 11. Klasse des MSG, ihr Bruder Jules, der druckvolle Drummer, ist 15 und besucht die 9. Klasse des MSG. Ihre Eltern sind in der Band Croco aktiv. Leo (19) ist MSG-Abiturient und studiert an der DHBW Heilbronn Dienstleistungsmanagement. Kadu (20), Abiturient am Katholischen Bildungszentrum St. Kilian, strebt den gehobenen Dienst bei der Polizei an und absolviert derzeit ein duales Studium in Villingen-Schwenningen und in Heilbronn

Vorbilder

Leo, der mit AC/DC und Billy Talent aufwuchs, ist offen für jede Musik, von Klassik bis Jazz. Ivi lässt sich beim Schreiben auch von Filmmusiken inspirieren, und Kadu, der gern Rise Against und Linkin Park hört, bringt die "Schnulzeneinflüsse“, will sagen Emotionalität und Wärme, in den Sound. Der Athlet am Bass versteht sich als Gegenpol und Ergänzung zum zierlichen Leo und sorgt mit seiner tiefen Stimme für Kontrast zu Ivis vielseitigem Organ.

Ziele und Träume

Paradision wollen ihren Stil noch komplexer gestalten, mehr nach Konzept arbeiten, wie Leo formuliert, und Spaß mit Anspruch verbinden. "Wir unterscheiden zwischen Zielen und Träumen“, sagt Ivi. Berühmt sein und von der Musik leben können, ist der Traum. Songs schreiben, die nächste CD einspielen, viele Konzerte geben, den Aktionsradius erweitern, ist das Ziel.


Erfolgreiche Gigs im Red River, Waldhaus oder Café Wilhelm trösten nicht darüber hinweg, dass Heilbronn als Standort für eine Rockband schwierig ist: "Es fehlt eine Location für die freie Szene.“ Bei Paradision kommt hinzu: Manchen Gig verhindert der Jugendschutz: Zwei Mitglieder sind unter 18.

 

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