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Metal mit Folk

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Maike Fink gerät ins Schwärmen, wenn sie von dem ganz besonderen Konzert spricht. "Es war eine total unglaubliche Erfahrung. Wir waren alle überwältigt.“ Die 27-Jährige, die in Heilbronn geboren wurde und inzwischen in Wien lebt, hat geschafft, wovon viele Musiker und vor allem wohl viele Metalbands träumen: mit ihrer Band Nemoreus hatte sie Anfang August einen Auftritt auf dem legendären Wacken Open Air-Festival in der kleinen und beschaulichen Ortschaft in Schleswig-Holstein. 

Erst das zehnte gemeinsame Konzert

Kurios dabei: Für die sechs Musiker war es erst das zehnte gemeinsame Konzert. Seit Februar ist die Band aus Wien in ihrer aktuellen Besetzung zusammen, Maike Fink spielt auf der Bühne E-Geige. "Wir sind noch eine Newcomerband“, erklärt die Musikerin. "Vorher haben wir immer in kleinen Clubs gespielt, jetzt standen da mehrere tausend Menschen. Und auch die Bühne in Wacken war deutlich größer.“ 

Ein Contest ermöglicht der noch jungen Band den Sprung auf die ganz große Metal-Bühne. "Wir haben den so genannten Metal-Battle in Wien gewonnen und uns gegen neun andere Bands durchgesetzt“, erzählt Fink. "Damit gerechnet haben wir vorher natürlich nicht.“ 

Musik hat sie immer begleitet

Aufgewachsen ist Fink in Gellmersbach, ihr Abitur macht sie in Weinsberg. "Es war eine sehr schöne Kindheit.“ Schon früh ist sie bei Klassikkonzerten dabei, ist von ihnen "fasziniert“. Mit dem Geigenspielen beginnt sie bereits mit sieben Jahren, zwölf Jahre hat sie Unterricht an der Musikschule in Weinsberg, singt in diversen Chören. Drei Mal tritt sie beim Wettbewerb "Jugend musiziert“ an. "Die Musik hat mich eigentlich während der gesamten Schulzeit und während meines Studiums begleitet. Es war ein guter Ausgleich, die perfekte Freizeitbeschäftigung.“

Seit 2012 lebt Maike Fink in Österreich, studiert dort Medizin. Im Nachbarland hat sie sich schnell akklimatisiert. "Das Klischee, dass Österreicher Deutsche hassen, hat sich nie bewahrheitet. Ich bin hier sofort angekommen.“ Vermisst sie etwas an der Heimat? "Vor allem das schwäbische Essen.“ Inzwischen ist Fink im zwölften Semester, ihre Abschlussarbeiten hat die 27-Jährige schon hinter sich gebracht. "Ab Oktober beginne ich als Ärztin an der Uniklinik in Wien zu arbeiten.“ Die Musik und das Studium, beziehungsweise bald den Beruf unter einen Hut bringen? Kein leichtes Unterfangen. "Bisher hat es aber immer irgendwie geklappt“, erzählt die Geigerin lachend.

Härte kombiniert mit Melodie

Wie sie die Musik von Nemoreus beschreiben würde? "Es ist Metal, aber mit Folkeinflüssen. Wir haben zwar die klassische Bandbesetzung mit Bass, Gitarre und Schlagzeug, aber eben auch weitere Instrumente wie Geige, Flöte und eine Bouzouki. Die Musik hat eine gewisse Härte, immer aber kombiniert mit Melodie.“ Im Juli hat die Band ihre erste EP "Silent Watcher“ veröffentlicht.

Der Bandname Nemoreus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet zum Walde gehörig. "Es geht uns darum, Geschichten zu erzählen, über die bisher noch niemand gesprochen hat.“ Die Nähe zum Wald spiegelt sich auch im Logo der Musiker wider: einem Baum, der mit knochigen Wurzeln den Bandnamen formt.

Freude übertragen

"Wir wollen bei unseren Live-Shows rüberbringen, wie viel Freude uns die Musik macht und das auch auf das Publikum übertragen“, sagt Maike Fink. Mit dem Auftritt beim Wacken-Festival hat sich die Band einen großen Traum erfüllt. Das Ganze hat fast schon einen religiösen Charakter: In einem Post auf Facebook beschreibt die Band das Wacken-Festivalgelände sogar als "heilige Felder“. 

Wie es nun weitergeht? "Wir planen irgendwann ein Album. Wir möchten aber jetzt erst mal bei Konzerten weitere Erfahrungen sammeln.“ Einem weiteren Auftritt auf dem größten Metal-Festival wäre die Band natürlich nicht abgeneigt.

 

 

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