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Fünf Schräge Onkels

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Wenn die fünf Musiker aus Bad Rappenau gefragt werden, wie sie auf ihren Bandnamen No Date Theory – oder einfach "NDT" – gekommen sind, dann können sie nur grinsen. "Es ist einfach ein cooler Name ohne viel Sinn", sagt Drummer Marvin Ocker. "Es gibt ja die bekannte Drei-Date-Theorie. Wir sagen aber, man kann auch ganz ohne Date Erfolg beim anderen Geschlecht haben", führt es Gitarrist Stefan Petsche etwas genauer aus. Ganz ernst meinen die Jungs solche Sprüche nicht. Schnell wird klar, dass die Poppunk-/ Easycore-Band alles, und vor allem sich selbst, mit einer ordentlichen Portion Humor betrachtet.

Trends und Regeln

Auf die Schippe nehmen, nicht auf Teufel komm raus allem einen tieferen Sinn abgewinnen: das ist die Grundhaltung von Jerome alias Jerry Kögel, Stefan Petsche, Marvin Ocker, Mirco Brunner und Lukas Benz. "Wir sind immer ziemlich stabil am Trend vorbei", sagt Marvin. Und: "Eine Band ist wie eine Familie und da gibt es immer einen schrägen Onkel. Wir haben fünf schräge Onkels" sagt Marvin Ocker und lacht.  

Seit 2013 sind die heute 26- bis 27-Jährigen zusammen als Band unterwegs, haben mal mehr, mal weniger viele Auftritte. Ihr Debüt-Album "Virgin Diaries" kam im Sommer 2016 raus. Im März dieses Jahres sind die Fünf mit ihrer EP "Devil Inside" noch mal komplett durchgestartet. "Da Lukas im Ausland war, haben wir die neun Monate davor nur fürs Songschreiben genutzt. Dadurch hat sich die Kreativität sehr verändert", sagt Sänger Jerry Kögel. Hört man die Pop-Punk-Songs auf dem Debüt-Album "Virgin Diaries", wird schnell klar, wen die jungen Männer damals zum Vorbild hatten: Blink 182. Mit Songs wie "Fuckface" oder "The End" gehen die Rappenauer auf "Devil Inside" auch musikalisch neue Wege. Der melodische Pop-Punk weicht Riffs, Breakdowns und etwas wütender Melancholie. "Jetzt klingt jeder unserer Songs anders. Wir haben uns weiterentwickelt, versuchen nicht mehr, einem bestimmten Genre wie damals der Pop-Punk-Schiene zugeordnet zu werden", sagt Marvin Ocker. "Man verändert sich eben auch persönlich sehr, geht neue Wege, hört privat andere Musik", ergänzt Stefan. Bereits früh entschieden sich die Musiker gegen ihre Muttersprache: "Deutsch ist einfach undankbar, um cool zu klingen. Das geht bei Rap, nicht aber bei Rock", sagt Jerry Kögel. 

Ein- bis zweimal in der Woche wird im Jugendzentrum in Eppingen geprobt. Worum es in ihren Songs geht, lässt sich schwer zusammenfassen. "Jeder Song hat ein eigenes Thema. Wichtig ist, dass man das Gefühl hat, sich darin wiederzufinden", sagt Jerry "Jeder hatte schon mal schlimmen Liebeskummer oder den Suff seines Lebens", nennt Marvin als Beispiel. Den Fünf ist es wichtig, die Musikszene in und um Heilbronn zu unterstützen. So haben sie sich in den vergangenen Jahren beispielsweise beim Heilbronner Viel- und Draußen-Festival richtig wohl gefühlt.

Songs Mitgesungen

Den coolsten Band-Moment gab es beim Geschrubb & Geschepper-Festival in Bad Rappenau: "Die Leute haben so laut unsere Musik mitgesungen, dass sie fast lauter waren als Jerry auf der Bühne", erinnert sich Marvin. Das textliche Hauptgerüst kommt von Jerry, doch jeder trägt seinen Teil dazu bei. Nicht nur musikalisch, auch organisatorisch hat jeder der fünf Musiker seine speziellen Aufgaben: "Mirko kümmert sich um Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram, Lukas um die Aufnahmen. Stefan ist Booking- und Kontakt-Mensch, und Marvin macht Merchandise", fasst es Jerry zusammen. Er selbst ist für die Finanzen verantwortlich. "Schließlich arbeite ich ja auch bei einem Finanzdienstleister."

Apropos Arbeit: Ob sie auch mal daran gedacht haben, sich hauptberuflich der Musik zu widmen? "Träume gab es natürlich immer. Wenn ich früher Blink 182 gehört habe, dann wollte ich genauso erfolgreich sein", erinnert sich Jerry. "Aber mit Jobs wie Werkzeugmechaniker, Finanzberater oder Mechatroniker haben wir alle etwas in der Hand, wo sicher mehr dabei rumkommt", sagt Stefan. "Man müsste alles auf eine Karte setzen. Und das Risiko war uns immer zu groß. Aber wenn jemand kommt, der uns eine Welt-Tournee bezahlt, dann denken wir darüber nach."

Hier könnt ihr "No Date Theory" in den nächsten Wochen live sehen:

18. September: Weindorf Heilbronn

12. Oktober: Stadtmitte Karlsruhe 

 

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