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Das Epizentrum des Metals

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Wenn man sich mit Bands aus der Region unterhält, kommt ein Thema immer wieder zur Sprache: der Mangel an Live-Locations. Klar, es gibt das Lemmys und die Rockfabrik in Bad Friedrichshall. Und in Heilbronn das Emma 23 und Red River. Doch dann wird es dünn. Gut, dass es umtriebige Musikfreunde wie Manuel Lorenz gibt. Der 38-jährige Sozialarbeiter leitet seit vier Jahren das Jugendhaus in Brackenheim – und verwandelt das alte Gebäude in der Georg-Kohl-Straße zusammen mit seinen ehrenamtlichen Helfern in ein Epizentrum für Headbanger. Allein in Oktober und November stehen gleich drei metallische Events im Kalender. "Im Jugendhaus-Team sind viele, die aus der Metal- und Punkszene kommen", sagt der Kornwestheimer. "Darum war es 2015, als wir wieder mit den Konzerten angefangen haben, schnell klar, in welche Richtung das Ganze gehen wird." 

Konzerte zu veranstalten, ist für Manuel Lorenz einerseits wichtig, da man so der regionalen Szene im Brackenheimer Jugendhaus eine Plattform bieten kann. Andererseits sieht er dies auch als Teil seiner pädagogischen Arbeit, denn die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmern sich um alles selbst. "Booking, Catering, Technik, Auf- und Abbau, da gibt es einiges zu stemmen", betont Lorenz. Ein halbes Jahr Vorlauf sei keine Seltenheit, beispielsweise dann, wenn überregionale Gruppen gebucht werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn mit regelmäßig "bis zu 70 Leuten vor der Bühne" seien die Events gut besucht. Mischpult, Anlage und mobile Bühne gehören übrigens dem Jugendhaus, das wurde alles nach und nach angeschafft. Eigens für Konzerte gebucht wird hingegen ein professioneller Tontechniker. "Ein guter Sound ist uns extrem wichtig. Darum arbeiten wir hier häufig mit Jens Widmann zusammen."

Günstige Preise

Bands, die gerne mal im Epizentrum spielen wollen, gibt es genügend. Manuel Lorenz: "Wir haben ständig Anfragen und hören uns die Sachen dann natürlich auch an." Eine Gage gibt es nicht, dafür eine kleine Aufwandsentschädigung. Kommen die Musiker von weiter her, werden sie für die Nacht im privaten Umfeld untergebracht – ein Hotel wäre zu teuer. Die Low-Budget-Schiene kommt letztlich den Gästen zugute, denn sie profitieren von günstigen Getränkepreisen und einem Eintritt, der meist unter zehn Euro liegt – selbst wenn mehrere Gruppen an einem Abend spielen. Erlaubt ist Live-Musik bis maximal 1 Uhr – und mit einem Dezibelmessgerät wird kontrolliert, dass es auch vor der Tür nicht zu laut ist. Schließlich will man es sich nicht mit den Nachbarn verscherzen. "Das Verhältnis mit den Menschen hier und der Stadt ist sehr gut", betont Manuel Lorenz. "Die Stadt unterstützt uns auch finanziell, indem sie uns das Haus zur Verfügung stellt und die Nebenkosten übernimmt." 

Angestellt ist Manuel Lorenz nicht bei der Stadt, sondern bei der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN), sein Fulltime-Job umfasst neben der Event-Organisation und dem Konzipieren von neuen Angeboten auch Büroarbeit. "Hier ist eben kein Tag wie der andere", sagt er. "Das gefällt mir sehr." Unter der Woche ist er zudem Ansprechpartner für die Jugendlichen – bei Themen aller Art von Liebeskummer bis Schulproblemen. "Ich unterstütze sie beim Erwachsenwerden. Und dazu gehören intensive Gespräche eben genauso wie das Veranstalten von Konzerten."

Adresse/Kontakt:

Epizentrum , Georg-Kohl-Straße 2, 74336 Brackenheim, Telefon 07135 934671, 

 

Metallische Termine im Jugendhaus Epizentrum:

5. Oktober: Beerbängers HMC Festival, ab 19 Uhr

2. November: Black und Death Metal-Event mit Totengeflüster, Wolves Den, Frozen Gate, ab 19 Uhr 

9. November: Tudo Foda Fest 3, mit Venomous, Nuclear Warfare, All Borders Kill, The Mess, ab 19 Uhr 
Die deutsch-brasilianische Thrash-Band Nuclear Warfare steht am 9. November im Brackenheimer Jugendhaus Epizentrum auf der Bühne. Foto: MDD Records

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