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Halbtot, aber gut drauf

Übersicht

Raphael Strauß (23) trägt wasserstoffsupergebleichte Dreadlocks, Heiko Frank (22) ein Lippen-Piercing, Moritz Marsch (22) rote Stoppelhaare, Jonas Sorg (18) einen Dreitagebart und Tim Brückner (20) ein Lächeln, das Mädchenherzen schmelzen lässt. So verschieden, wie der erste Eindruck der Bandmitglieder der Hardrock-Gruppe To Be Announced, so unterschiedlich ist ihr musikalischer Hintergrund. Ob Chorgesang und Stimmbildung, ob klassisch-spanische Gitarre, Trompete oder Posaune, ob Big Band-Sound oder Impro-AG, was die fünf Jungs verbindet, ist neben Erinnerungen an die Schulzeit im Bönnigheimer Alfred-Amann-Gymnasium die Faszination des Rock in all seinen Facetten und Spielarten.

Coverbands gibt es wie Sand am Meer, dachten die Nachwuchsmusiker und begannen 2009 selbst zu texten. Alles handgemacht und englisch, heißt die Devise. Manche Songs stammen aus der Feder des Sängers Heiko Frank (derzeit macht er eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker), die meisten hat Gitarrist und Jurastudent Moritz Marsch geschrieben.

 

Ganz unterschiedliche Themen

Das Lied "Black and White" ist ein Aufruf, nicht immer das Schlechte zu sehen und zu erwarten, sondern sich über tolle Dinge zu freuen. "Sick" und "Run" sind Antikriegsstücke. "Dying Inside" beschreibt ohne persönlichen Bezug, was in einem Amokläufer vor und während der Tat vorgeht, und "Thunderstorm" behandelt die Vergänglichkeit des Lebens, um davor zu warnen, dass Erkenntnis im Angesicht des Todes zu spät kommt.

"Ich schreibe Riffs, je nachdem, was mir momentan gefällt", sagt Moritz und erläutert: "Thunderstorm hat einen hämmernden Rhythmus aus Sechszehnteln, reines Powermetal." Das sei aber nur ein Vorschlag, was Bass und Schlagzeug daraus machen, könne in ganz andere Richtung gehen.

 

Beim Rocken Stress abbauen

Letztendlich entstehen die Stücke beim gemeinsamen Proben. Während Raphael ein Faible für elektronische Musik, ist Jonas Fan von Ska und Punk. Er nimmt schon mal etwas Tempo raus, gibt dennoch treibende Rhythmen vor. Heiko, eher ein Vertreter von Metal-Hardcore, verstärkt die Aussage mit kraftvoll tiefer Stimme. Das Amalgam der verschiedenen Vorlieben macht die Musik einzigartig, meint Jonas.

Und was ist ihr Ziel? Raphael, der eine Ausbildung zum Erzieher macht, muss nicht lange überlegen: "Musik machen, die uns gefällt, die eine Aussage hat und den Alltagsstress abbaut – wenn’s anderen gefällt, umso besser". Geübt wird jeden Freitagabend zwei Stunden im Keller des Evangelischen Gemeindehauses. "Danach sind wir halbtot, aber gut drauf!", sind sich die Jungs einig. "Ich freu mich schon am Montag auf den nächsten Freitag", bekennt Tim, der in Sindelfingen Mechatronik studiert und anderthalb Stunden Fahrt in Kauf nimmt, um auf direktem Weg zu den Proben zu kommen.

 

 

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