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Mundartmonika im Interview

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Starke Stimmen, Rhythmus im Blut und manchmal auch ein loses Mundwerk – Das ist  Mundartmonika. Mundartmonika – das sind vier charmante junge Männer, die singen. Fast alle kommen aus der Region und sind, auch wenn sie noch einen Brotberuf haben oder ein "ordentliches Fach" studieren, Musiker mit Leib und Seele und obendrein witzige Entertainer, die sich auch gern mal selbst auf die Schippe nehmen. Ja Musiker, denn Mundartmonika ist kein Chor, sondern eine Band. Denn Countertenor Timo Mühlbacher, Tenor Robert Wanek, Bariton Christian Schmierer und Bass Lukas Fluhr singen a capella. Ihre Stimmen sind die Instrumente, mit denen sie nicht nur ihre Songs interpretieren, sondern zugleich für ihre eigene Begleitmusik sorgen. Am kommenden Samstag sind sie live in der Künzelsauer Stadthalle zu erleben. Barbara Griesinger sprach mit ihnen.

A-Cappella-Gesang, also ohne instrumentale Begleitung, ist ja schon was Besonderes. Wie seid ihr denn darauf gekommen, eine A-Cappella-Band zu gründen?
Robert Wanek: Die ersten Einflüsse, das waren die Wise Guys. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Damals war ich 20. Es gab schon eine Formation mit Timo und mir als Stamm. Ich hatte schon mit Beatboxing Erfahrung, also mit der Imitation von Percussionrhythmen mit Mund, Nase und Rachen. Wir haben das damals an Geburtstagen zwei-, dreimal ausprobiert. Und es hat Spaß gemacht. Die heutige Mundartmonika ist schon die dritte Generation.

Ist es schwierig, Nachfolger zu finden?
Robert: Ja, ziemlich schwierig. Weil der Neuling eigentlich besser sein muss als wir. Als wir Chris fanden, haben wir einen Tenor gesucht. Den sing’ ich jetzt, aber ich bin eher Bariton. Chris hat zuvor schon im Chor gesungen und zuerst mal nichts mit A-Cappella am Hut gehabt. Wir haben ihn über zehn Ecken kennen gelernt, und als wir ihn dann gefunden haben, mussten wir eben etwas um-switchen. Lukas, unser Bassmann, hat uns gefunden. Er hat zuvor schon in einer A-Cappella-Formation am Bodensee gesungen, ging dann aber zum Studieren nach Karlsruhe. Er hat mit uns Kontakt aufgenommen und wollte uns erst mal hören. Danach haben wir eine Runde gesungen und gemerkt: Der ist super.
 

"Irgendwas mit Mund und Harmonie"

Apropos Mundartmonika, wie seid ihr denn auf den Namen gekommen?
Robert: Wir haben ganz viele Namen gesammelt – irgendwas mit Mund und Harmonie. Das ging dann in Richtung Mundharmonika. Das fanden die andern nicht so toll. Sonst denken alle, wir spielen Mundharmonika. Dann haben wir mit Mund – hart – Monika experimentiert. Hart, weil wir harte Musik machen, Monika, weil wir auf die steh’n. Dann ist aus hart Art, also Kunst, geworden, das passt gut, und die Monika ist geblieben.

Ihr habt ein breites Repertoire vom Hardrock à la Metallica, bis zum Pop, vom Jazz bis zum Volkslied wie „Kein schöner Land“. Wie kommt ihr zu den Songs oder kommen die Songs zu euch?
Robert: Ganz am Anfang haben wir gecovert. Die Covertitel hatten wir dann nach einem Jahr drauf. Dann hab ich angefangen, eigene Songs zu schreiben. Jetzt kommt der musikalische Input – die Ideen und Arrangements – meist von mir. Die Feinarbeiten leisten wir in den Proben. Bei Coversongs ist das unterschiedlich. Lukas hat sich zum Beispiel "Don’t worry be happy" gewünscht. Zum guten alten "Hallelujah" sind wir über Schüler von mir gekommen. Die wollten den Song singen, weil sie ihn aus dem Film Shrek kannten. Und dann fand ich, so schlecht ist der gar nicht.

Euren Musikstil umschreibt ihr mit Vocal-Pop-Comedy. Was ist darunter zu verstehen?
Robert: Wir schmücken Coversongs wie etwa Papa was a Rolling Stone mit Moderationen aus, in denen wir uns selbst auf die Schippe nehmen und mit dem Covertitel in Verbindung bringen. Früher haben wir diese Moderationen geschrieben und 1:1 rübergebracht. Da bleibt dann keine Luft, um auf das einzugehen, was im Publikum läuft, deshalb lassen wir das heute. Für solche Spontanität braucht es aber auch etwas Routine auf der Bühne.
 

Heiratsantrag

... und dabei kann dann auch mal ein Heiratsantrag rauskommen, wie der von Christian Schmierer an Eva Munz in Weinsberg.
Robert: Das war gar nicht spontan, sondern bis ins kleinste Detail geplant. Wir haben das dann einstudiert mit der Prämisse "Bloß nicht lachen". Und es hat ja auch geklappt: Sie hat Ja gesagt – Auftrag erledigt.

Und was erwartet die Künzelsauer?
Robert: Auf jeden Fall kein Heiratsantrag. Nein, Spaß beiseite. Wir waren seit zwei Jahren nicht mehr in Künzelsau. Wir haben Lukas, neue Songs und eine andere Aufmachung. Der Plan heißt: Kein Plan.

Und ihr habt eine CD. Was ist euer Favorit: Live oder CD?
Robert: Die CD ist super und sie hat viel Spaß gemacht. Aber wir sind eine Live-Band – jetzt mit Scheibe, die wir natürlich auch ganz stolz verkaufen können.
                                    

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