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Hip-Hop mit Elan

Übersicht
"Wenn Drama zwischen Kontinenten aufwacht, kickt er Rimes aus dem Herzen dieser Welthauptstadt. Sie verbindet uns voll Tatendrang wie Istanbul das Morgen- und das Abendland", singt der in Sontheim aufgewachsene Türke Gökhan I., genannt Drama. Den Auftakt zum Song "Bosporus Flow" des Duos El Marees macht sein Kumpel Padisah alias Engin A.: "Hey, hey, hey! Salam alaikum (Friede sei mit dir), ich bin zurück in der Heimat." Mit von der Partie dieses professionell gemachten Musik-Videos ist Zeo Jaweed. Der rappt türkisch, attackiert die Kamera, als sei sie ein Sandsack und überträgt das rasante Dribbling eines Boxers aufs Mundwerk.

Hinterlegt mit attraktiven Bildimpressionen wie dem Schwenk über Dächer und Moscheen, flatternder roter Fahne mit weißem Halbmond, Markt- und Straßenszenen, Bauchtanz und Dreh-Meditation der Derwische sowie der nächtlichen Hängebrücke verweisen Zeo Jaweed, gefeatured von Drama und Padisah, auf ihre kulturellen Wurzeln.
 

Verbalattacken


Mit dem Elan von Endzwanzigern verpacken sie Beobachtungen, Sehnsüchte und Kritik in Verbalattacken und Szene-Stakkato: "Die Zeit läuft davon und wir schreiben Geschichte mit lyrischen Worten", so Drama, und Padisah kommentiert den Trip in die Stadt seiner Eltern so: "Ich jage dem Glück nicht hinterher, die Gedanken versinken im Lichtermeer". Den Redefluss seiner deutschen Texte spickt der Mann für die Beats mit Zitaten aus dem Arabischen und Türkischen.

Gökhan, Jahrgang 1985, ist der älteste von vier Geschwistern, hat Realschulabschluss und arbeitet als Maschinen- und Anlagenführer. Geflasht hat den Zehnjährigen die Rap-Crew Cartel, aber auch Stars wie Michael Jackson, Azad und Nas. Mit 14 Jahren schreibt er erste Texte, komponiert dazu Musik, baut über Hip-Hop-Events in Heilbronn und Umgebung Kontakte auf.

Engin, 1986 geboren, ist Einzelkind. Aufgewachsen in Obereisesheim hat auch er die Realschule abgeschlossen und arbeitet im Brotberuf als Kfz-Lackierer. Sein Interesse am Rap wird durch Musiker wie Tupac, Kool Savas und Mobb Deep geweckt. Erste eigene Versuche entstehen unter Einfluss des türkischen Rappers Silahsiz Kuvvet (heute Sagopa Kajmer). Zu seinen Idolen zählen Booba (Paris) und Vinnie Paz (Philadelphia). 

Unter dem Namen El Marees (Südwind) feiern sie, zunächst zu sechst, fünf Jungs und ein Mädchen, kleine Erfolge mit eigenen Songs und treten mit Rappern wie Chaker (Frankfurt) und Amaris (Stuttgart) auf. Vier der Gründungsmitglieder sind im Laufe von zehn Jahren ausgestiegen, umso entschlossener ist das Duo, jetzt neu durchzustarten.

Alte Songs werden überarbeitet, neue geschrieben. Workaholics, Gier und Missgunst – Zielgruppe "der Mensch", so Gökhan, werden in Titeln wie "Zeitdruck", "Schwarzer Tag" oder "Augenfreund/Rückenfeind" alltägliche Erfahrungen ventiliert. Die aktuellste EP heißt "Perspektive"; sie ist seit Mitte Juli auf allen digitalen Portalen als MP3- Download zu erwerben. Bis Ende des Jahres plant Südwind mit frischem Elan ein großes Album.


 

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