Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Im Porträt: Drive Darling

zurück zur Übersicht

Verstohlen schauen sich die vier Jungs von Drive Darling an, grinsen verschmitzt: Sollen sie ihr geheimes Band-Ritual verraten? Die langjährigen Freunde haben sich zwischen warmgespielten Gitarren und verschlungenen Mikrokabeln in ihrem Proberaum in Niederhofen ausgebreitet. Etwas außer Atem von der Bandprobe fangen sie an zu plaudern – von großen Träumen und dem Gefühl von Freiheit, das sie in ihrer handgemachten Brit-Pop-Musik mit Southern Rock-Einflüssen transportieren wollen.

Was dieses Gefühl ausmacht, darüber sind sich die sympathischen Jungs einig: der redselige Frontmann Dominik Hehn (26, Gesang und Gitarre), der Anpacker der Band, Rick Söhner (23, Bass), Motivator Christian Wohlfeil (25, Gitarre und Zweitgesang) und der leidenschaftliche Schlagzeuger Felix Bälz (27). Der Tour-Auftritt in Wien sei ein solch magischer Moment gewesen. "Nach dem Konzert haben die Leute die Bühne gestürmt“, erinnert sich Bälz. Und Hehn träumt: "Solche Momente machen süchtig.“

Freiheit durch Musik

Freiheit – das bedeutet für Drive Darling auch, "im Cabrio am Strand entlangfahrend die Zeit und die Probleme zu vergessen.“ Die Lage des Proberaums bietet da perfekte Inspiration für neue Roadtrip-Songs: Von der Heimatstadt Schwaigern aus scheint die Straße in den weiten Himmel zu führen, bis in den Kellerraum im Örtchen Niederhofen.

Dort haben die Vier liebevoll ihr Band-Reich eingerichtet: Banner und bunte Tücher zieren die Wand, die Gitarren-Plektrons sind fein säuberlich in einer Schatulle einsortiert und über der Tür hängt die Packliste für Auftritte – einlaminiert. Die Rollenverteilung beim Bepacken des Band-Hängers ist klar: "Rick hat viel Tetris gespielt“, witzelt Hehn. Söhners Packtalent und die Laderampe vor der Kellertür sind wichtig, denn die Band ist inzwischen viel unterwegs: mindestens 15 Konzerte stehen dieses Jahr noch an – in Berlin und Stuttgart ebenso wie international in Salzburg, Wien und Budapest.

Die Band probt dafür jedes zweite Wochenende – und zwar mit Vollgas: Nur drei oder vier Stunden Schlaf gönnen sich die leidenschaftlichen Musiker, dann bringen sie den Proberaum weiter zum Dröhnen.

Bereits im zarten Teenie-Alter machten die Schwaigerner zusammen Musik, gestartet sind sie mit Pop-Coversongs. Nach der Schulzeit legten sie vier Jahre eine Pause ein, Wohlfeil war für das Studium weggezogen. Als sie sich zum lockeren Jammen wieder trafen, funkte es: Der erste eigene Song entstand. Mit den Eigenkompositionen schlagen sie nun einen rockigeren Sound an, vermischt mit Blues-Elementen.

Persönlicher Kontakt ist das A und O

Wichtig dabei: Alle Songs entstehen im Teamwork. "Wenn zum Beispiel Rick eine Basslinie spielt, hinter der er nicht steht, dann fühlt er es ja auch gar nicht“, betont Hehn. "Jeder hat mal ein Lied über Liebeskummer geschrieben, denke ich“, so der Sunnyboy.

Die Chemie stimmt – im Musikalischen ebenso wie auf persönlicher Ebene, das merkt man schnell. Stress gebe es nur, wenn einer schnarcht, zwinkert Söhner. Der persönliche Kontakt ist ihnen wichtig, auch mit den Fans.

Die Debüt-EP "Mountains“ erschien im vergangenen Mai. Momentan feilen die Jungs noch an den letzten Songs für ihr erstes Album. Kommendes Jahr soll es erscheinen. Die Stimmung dafür: euphorisch. Aber abheben wie die bunten Heißluftballons auf einem Poster an der Wand? Das werden sie wohl nur in ihren Songs, wenn sie mal wieder nach dem großen Freiheitsgefühl streben: Auf das Konzert in ihrer Heimat freuen sich die Schwaigerner besonders. Bis dahin haben sie auch neue Gläser für das Band-Ritual – die alten gingen bei einem Auftritt zu Bruch. Dann stoßen sie mit selbstgebranntem Schwarzkittel-Schnaps an – auf die Freundschaft, die Musik und die große Freiheit.

 

Galerien

Regionale Events