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Songs mit Botschaft

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Ein Autounfall vor sechs Jahren verändert das Leben von Alexander Lafery. „Ich bin unter Alkoholeinfluss gefahren und habe meinen Führerschein verloren. Es wurde niemand verletzt. Trotzdem hatte das weitreichende Folgen“, erzählt der 29-Jährige von einer schwierigen Phase seines Lebens.

Die Folgen: „Ich hatte aufgrund des Schadens, durch das Strafgeld und die anschließende MPU Schulden in Höhe von 20.000 Euro “, sagt der gebürtige Heilbronner. „Das war ein Denkzettel und der Moment, in dem ich wusste, ich muss etwas in meinem Leben ändern.“ Lafery konzentriert sich auf seinen Job, beginnt Sport zu machen und widmet sich intensiv seiner Musikkarriere. Die Erfahrungen aus problematischeren Zeiten haben auch Einzug in seine Musik gehalten, unter seinem Künstlernamen Lexis74 hat der Rapper Mitte August sein Album „Planet Erde“veröffentlicht.

Toleranz und gesellschaftliche Themen 

Mit 13 Jahren beginnt Alxander Lafery Musik zu machen, schreibt erste Texte. Sein Künstlername Lexis74 ist eine Mischung aus einem Kosenamen seiner Mutter (Alexis) und den ersten Ziffern der Postleitzahl von Heilbronn. Zwölf Songs haben es auf das Album geschafft, das mit dem Wunsch einer Veränderung der Gesellschaft einhergeht. „Ich versuche Denkanstöße zu geben für gesellschaftliche Themen. Man muss nicht immer meiner Meinung sein. Es reicht mir, wenn die Leute über die Themen und Texte nachdenken“, sagt der Musiker, der inzwischen in Sinsheim wohnt. Wichtig ist dem Rapper auch Toleranz.

Unterstützung von "Voice of Germany"-Kandidat

„Meinungen können vielfältig sein. Man muss Verständnis für das Gegenüber aufbringen. Nicht nur Toleranz fordern, sondern auch geben. Ich stelle in meinen Songs Fragen. Lösungen kann und will ich aber nicht anbieten.“ Nachdenkliche Lieder über Umwelt und Nachhaltigkeit treffen auf „Planet Erde“ auf autobiografische Songs wie „Bruder“, das er seinem Bruder gewidmet hat, der laut Lafery im Gefängnis sitzt. Musikalische Unterstützung bekommt Lexis74 bei einigen Songs vom Heilbronner Musiker Jonas Hug. Der ehemalige „Voice of Germany“-Kandidat bringt mit tiefer, leicht kratziger Stimme eine Pop-Note in die Songs. „Mir ist wichtig, dass meine Songs eine Botschaft haben“, sagt Lafery.

„Wenn man zwischen den Zeilen verstehen will, was ich sagen möchte, muss man sich Zeit für die Musik nehmen und sie nicht im Hintergrund laufen lassen.“ Über vier Jahre hat Lafery an seiner neuen CD gearbeitet. Sehr zeitintensiv, neben seinem Job im Marketingbereich bei einem Lebensmittelhändler. „Ich bin Label, Vertrieb, Marketingabteilung und Künstler in einem“, sagt Lafery und lacht. „Ich finde es aber gut, alle Fäden in der Hand zu haben“, sagt der Heilbronner, der nicht nur seine Musikvideos selbst produziert, sondern auch die Auftritte bei Social Media betreut. „Ich bin ein sehr strukturierter und effizienter Mensch“, sagt der 29-Jährige. „Ganz wichtig ist aber auch meine Verlobte, die mir sehr viel bei der Organisation hilft.“Sein Album in Corona-Zeiten zu veröffentlichen, ist für Alexander Lafery kein Problem. Im kleineren Kreis ist Lexis74 schon aufgetreten. „Nach Corona werde ich mich um einen Tourmanager und um weitere Auftritte kümmern.“

Album und Videos

Zu hören gibt es „Planet Erde“ bei den gängigen Streaminganbietern. Die Musikvideos findet man auf dem Youtube-Kanal von Lexis74.

Vorbilder

Erste musikalische Vorbilder für Alexander Lafery sind Rapper wie Sido und Bushido. „Irgendwann war das keine Musik mehr, mit der ich mich identifizieren konnte. Und so habe ich versucht, eigene Texte zu schreiben.“ Ein Künstler, der ihm heute noch am Herzen liegt, ist der Stuttgarter Rapper Max Herre. „Die Botschaft geht im Moment in der Hip-Hop-Musik ein wenig verloren“, sagt Lafery, auch mit Blick auf die Ursprünge des Hip Hop, der in den Ghettos von Harlem die Ungerechtigkeiten zwischen Weißen und Schwarzen thematisierte.

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