Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Artist_look

Lieder fürs Lagerfeuer

zurück zur Übersicht

Den Drang, ein eigenes Album aufzunehmen, verspürte Ben Louis Lustig schon seit einigen Jahren. „Doch was fehlte, um die Lieder professionell in einem Studio einzuspielen, war das Geld“, sagt der 21-Jährige aus Obergriesheim. Um sich seinen lang gehegten Traum zu erfüllen, arbeitete der Musiker deshalb nach seinem Abitur zwei Jahre als Hilfsarbeiter bei einer Zuckerfabrik in Offenau. 2018 begannen mit befreundeten Musikern die Aufnahmen für sein Album „No Halo“, das Lustig jetzt unter seinem Künstlernamen Ben Louis veröffentlicht hat. Acht Lieder haben es auf das Debüt geschafft, acht Lieder, die Lustig zwischen Alternative-Rock, Pop und Singer-Songwritereinschlag verortet. „Viele der Songs sind perfekt fürs Lagerfeuer.“

Zu Hause, die Gitarre in der Hand, einfach ausprobieren und den Text improvisieren – so locker-luftig beschreibt Ben Louis Lustig sein Vorgehen beim Liederschreiben. Akribisch werde es dann vor allem bei der Nachbearbeitung der Songs. „Ich bin sogar mit einer ehemaligen Englischlehrerin noch einmal die Texte genau durchgegangen.“ Die Entscheidung, die Lieder auf Englisch zu singen, sei keine bewusst erzwungene gewesen, „es kam einfach so aus mir heraus“.

Autobiografisch

Den Albumtitel „No Halo“ (Kein Heiligenschein) erklärt Lustig folgendermaßen: „Wir alle haben auf dieser Welt unsere Berechtigung. Wir sollten anständig miteinander umgehen. Es ist egal, wo jemand herkommt, ob er größer oder kleiner, ob er besser oder schlechter in irgendetwas ist.“ Doch auch autobiografische Aspekte sind in die Texte eingeflossen, wie im Stück „Recalling“. „Mein Opa und ein Freund meines Vaters sind in kurzem Abstand verstorben. Mein Vater ist sehr positiv mit diesen Verlusten umgegangen. Er hat sich an alte Geschichten erinnert. Es ist ein Trauerlied, aber eines, das an die guten Momente erinnert, die man mit einem Menschen hatte.“

Viele seiner Songs hätten eine gewisse melancholische Basis, sagt Lustig, der sich selbst als sensiblen und reflektierten Menschen bezeichnet. „Ich mache mir über viele Dinge emotional Gedanken“, beschreibt es der Gitarrist.

Lustig ist in Bad Friedrichshall geboren, machte dort sein Abitur und lebt inzwischen im Gundelsheimer Teilort. Über den klassischen Weg der musikalischen Früherziehung kommt er mit neun Jahren zur Gitarre. „Ich habe recht schnell gemerkt, dass das mein Instrument ist“, so der Musiker, der zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Schule macht und bereits jetzt mit einem Lehramtsstudium liebäugelt.

Heimat

Seine Eltern seien nur wenig musikalisch, trotzdem sei er durch seinen Vater musikalisch sozialisiert worden. „Über ihn kam ich mit Classic Rock und mit Bands von Queen bis Smokie in Kontakt.“ In zwei Coverbands ist Lustig darüber hinaus schon länger aktiv. „Ich hatte aber irgendwann das Gefühl, dass ich mit meinen Liedern eigene Wege gehen muss“, sagt der Obergriesheimer, der sich heimatverbunden gibt. Eine Liebe zum Dorf also? „Ja, ich bin im Dorfverein und habe bis zu einem Kreuzbandriss auch hier Fußball gespielt."

Mehr zum Künstler

Galerien

Regionale Events

Barrierefreie Lesung

Hasnain Kazim liest in der Stadtbibliothek im K3 Heilbronn aus „Mein Kalifat“.