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Sich keine Grenzen setzen

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Ein schwerer Unfall stellt Aron Schweizers Leben 2009 total auf den Kopf. Ein Auto erfasst ihn damals auf einer Landstraße. Die Folgen: Herz-Lungen-Versagen, vierfacher Wirbelsäulenbruch, mehrere Hirnblutungen, das Sprachzentrum ist beschädigt, lange liegt Schweizer im Koma. „Ich wurde zum Pflegefall erklärt. Und mir wurde gesagt, dass ich wohl nicht mehr normal sprechen könnte“, sagt der heute 28-Jährige, der in Sinsheim geboren wurde und in Neckarbischofsheim lebt. 

Doch Schweizer erholt sich von dem Schicksalsschlag, absolviert seine Ausbildung zum Bankkaufmann. Seit 2019 verdient er sein Geld hauptberuflich als Musiker und Songwriter und kann auf Auftritte mit Hip-Hop-Musikern wie Eko Fresh, Kool Savas und Die Firma zurückblicken. 2020 hat er mehrere Singles veröffentlicht, im Mai erschien sein Studioalbum „Neues Ich“. „Der Unfall hat mein Leben komplett verändert. Ich habe versucht, die Sache ins Positive zu wenden. Die Musik war in meinem Leben schon immer wichtig. Mein erstes Lied habe ich mit sieben Jahren geschrieben“, sagt Schweizer, der sich als Künstler Aron Schweizer KXD nennt.

Im August hat Schweizer einen Song für den Paket- und Brief-Express-Dienst DHL veröffentlicht, ein Musikvideo wurde in der Zustellbasis in Hechtsheim bei Mainz gedreht. „Alle Mitarbeiter haben während ihrer Arbeitszeit in meinem Video mitgespielt. Das war schon cool“, sagt Schweizer. „Ich habe dafür aber kein Geld bekommen. Mir ging es nicht um Werbung.“

Vorbildfunktion

Wichtig ist Aron Schweizer, dass er sich nicht auf Rapmusik festlegen will. „Ich schreibe inzwischen verstärkt Popsongs, denn ich bin ein großer Fan von Melodien“, sagt der Musiker. „Das ist auch ein Zeichen von Reife, dass man sich neuen Genres öffnet und sich weiterentwickeln will.“ 2021 sollen deshalb gleich zwei Alben erscheinen: im ersten Quartal ein Rap-Album, ein Pop-Album soll im Sommer folgen. „Ich will mir einfach keine Grenzen setzen. Und ich spiele gerne mit der deutschen Sprache“, sagt Schweizer, der mit der oft praktizierten Gangster-Attitüde im Rap nur wenig anfangen kann. „Ich bin nun mal in einem Dorf aufgewachsen und nicht im schlimmsten Ghetto. Ich möchte eine Vorbildfunktion einnehmen. Mir geht es darum, positive Kunst zu erschaffen.“ 

Mit dem Heidelberger Rapper Olli Banjo, der 2015 bereits bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ teilgenommen hat, hat Schweizer Ende November einen gemeinsamen Song veröffentlicht. Das Besondere: Für das Musikvideo zu „Super Mario“ wurde ein eigenes Level des gleichnamigen Computerspiels entworfen, das in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feiert. „Ich bin ein großer Nintendo-Fan und sammle alles, was ich in die Finger bekomme“, sagt Schweizer und lacht.

Größere Bekanntheit in der Öffentlichkeit erlangte Aron Schweizer bereits Ende 2018 durch seine Teilnahme an der Sat1-Fernsehsendung „Hochzeit auf den ersten Blick“, bei der er seine Ehefrau, von Paartherapeuten und Psychologen ausgewählt, erst am Tag der Heirat kennenlernte. Die Ehe hielt allerdings nur einige Tage. „Etwas Privates möchte ich im Fernsehen nicht mehr zeigen. Aber, so viel kann ich verraten, ich werde 2021 nochmal im TV zu sehen sein.“

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