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Weg vom düsteren Image

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Eine Pause kann wahre Wunder wirken. Manche nutzen sie, um den Kopf freizubekommen, andere, um neue Energie zu tanken. Im Fall der Band Nevermore Awake aus Eppingen spricht Gitarrist Marcel Höge von einer „kreativen Pause“. 2015 löste sich die Metalcore-Band auf. „Es war einfach sehr viel zu tun mit Aufnahmen und Organisation. Es blieb vieles an mir hängen. Das wurde mir irgendwann zuviel“, erzählt der 27-Jährige. Seit 2018 steht die fünfköpfige Band mit neuem Schlagzeuger und Bassisten wieder gemeinsam auf der Bühne. „Ich habe während des Studiums gemerkt, dass man doch wieder mehr Zeit hat“, sagt Höge, der inzwischen als Ton- und Medientechniker arbeitet. 

Jetzt haben Nevermore Awake ihre erste EP „(IN)humane“ veröffentlicht, aufgenommen in einem Studio in Kleingartach, gemixt und gemastered in München. Finanziert wurde die Aufnahme durch die eigens gegründete Bandkasse.

Klischees

Anton Kirschmann (28, Gesang), Florian Schmidt (27, Gitarre), Angelo Filipi (31, Bass) und Maximilian Hauck (18, Schlagzeug) komplettieren das Quintett, das schon auf einige Festival- und Clubauftritte zurückblicken kann. Unter anderem spielten Nevermore Awake im Heilbronner Club Mobilat und beim Geschrubb & Geschepper Festival in Bad Rappenau. 

Die drei brachialen Songs der neuen EP verbindet die Band mit einem Anliegen: „Es ist eine gesellschaftskritische Platte, wir wollen Missstände ankreiden. Uns geht es um das Schubladendenken, das doch sehr in der Gesellschaft verhaftet ist.“ Also: Menschen aufgrund ihres Jobs, ihrer Herkunft oder ihres Aussehens kategorisieren zu wollen. „Man soll lieber herausfinden, wer wirklich hinter der Fassade steckt.“ Ein Dorn im Auge sind der Band auch die Klischees, die weitläufig mit Metalmusik verbunden sind. „Das ist ja nur Geschrei, alle sind schwarz angezogen oder tragen Kutten. Das hört man oft“, sagt Höge. Dem versuchen die Musiker entgegenzuwirken: „Wir wollen weg vom düsteren Image.“

Die Band selbst verortet sich im Melodic Metalcore. Melodisch ist das Stichwort: „Das ist uns beim Musikmachen ganz wichtig“, betont Marcel Höge. Die musikalischen Einflüsse der Band sind breitgefächert: „Ich habe mit der Gitarre angefangen, um Bluesmusik zu spielen. Diese Einflüsse kann ich nicht verstecken“, sagt Höge und nennt neben Classic Rock Acts wie ZZ Top oder Lynyrd Skynyrd auch Metalbands wie Slipknot und Avenged Sevenfold als musikalische Vorbilder.

Gründung

Gegründet hat sich die Band 2012, damals noch unter dem Namen Renegade Rookies. Zu Beginn mischte die Band Cover-Songs und eigene Kompositionen. „Wir wollten schon immer eigene Stücke schreiben. Es dauert allerdings immer ein wenig, bis sich das Ganze einspielt.“ Wie es weitergeht? Eine weitere EP von Nevermore Awake ist bereits in Planung. „Toll wäre auch mal eine Tour durch Europa.“

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