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Festival "Science & Theatre"

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Vom 17. bis zum 21. November findet zum zweiten Mal das Festival "Science & Theatre" in Heilbronn statt. Deutschlands größtes Science Center, die experimenta, und das Theater Heilbronn stellen wieder gemeinsam ein abwechslungs- und spannungsreiches Programm zusammen, das die Schnittstellen von Wissenschaft und Theater erforschen und ungewöhnliche Bühnenformate präsentieren wird. 

Für die Ausgabe 2.0 wird das Festival um einen weiteren Tag verlängert, und es sind nun auch der Kubus der experimenta und das Komödienhaus des Theaters als Spielstätten miteinbezogen. Erneut werden spannende deutsche und internationale Künstler und Gruppen eingeladen, um über Chancen, Herausforderungen und Grenzen von Forschung und Wissenschaft nachzudenken. Bei »Science & Theatre« treffen sich auf den Bühnen künstliche und künstlerische Intelligenz in sinnlichen wie anspruchsvollen, diskursiven wie innovativen Formaten: vom lustvollen Bühnen-Comic bis zum inszenierten Experiment, von der spitzfindigen Lecture-Performance bis zum buchstäblich verrückten Konzert. Außerdem gibt es auch wieder einen Autorenwettbewerb, der in diesem Jahr zum Thema "Die Zukunft ist digital!?" ausgeschrieben wurde und für den 25 Stücke aus dem In- und Ausland eingegangen sind.

Schwarze Schwäne

Mit der Uraufführung von "Schwarze Schwäne" von Christina Kettering wird das Festival am 17. November um 20 Uhr im Science Dome der experimenta eröffnet. "Schwarze Schwäne" ist das Gewinnerstück des ersten Autorenwettbewerbs "Science & Theatre" des Jahres 2019, den das Theater Heilbronn und die experimenta zum Thema »Der optimierte Mensch« ausgelobt hatten. Der renommierte Schweizer Regisseur Elias Perrig konnte für die Uraufführungsinszenierung gewonnen werden. Es spielen Lisa Schwarzer und Regina Speiseder. Die dritte Hauptrolle übernimmt die Kuppel des Science Dome als gigantische, wandelbare Projektionsfläche für die Videoanimationen von Franziska Nyffeler. Statt eines Bühnenbildes schaffen diese Videos die Räume für eine phantastische Geschichte, die aus einer scheinbar ganz alltäglichen Situation erwächst: Ein Mensch wird pflegebedürftig. Was tun? Das zentrale Thema des Stückes: Hilft uns die Künstliche Intelligenz oder ist sie eines Tages in der Lage, uns zu beherrschen? (weitere Vorstellung während des Festivals am 18. November; 20 Uhr)

Unheimliches Tal

Rimini Protokoll, eine der gefragtesten Theatergruppen im deutschsprachigen Raum, ist am zweiten Festivaltag zu Gast. Am 18. November um 20 Uhr nehmen sie die Zuschauer in der BOXX mit ins "Uncanny Valley/Unheimliches Tal". Darin untersucht das Künstlerkollektiv die Frage: Kann ein Roboter glaubhaft einen Menschen darstellen? Was unterscheidet den Menschen von einer Maschine? Ist die Künstliche Intelligenz schon so ausgereift, dass sie einen Schauspieler ersetzen kann? Es ist ein unheimliches Gefühl, wenn der Autor und Stückeschreiber Thomas Melle statt seiner ein Roboter-Double auf die Bühne schickt, das ihm zum Verwechseln ähnlich ist. Die Maschine wird zur Projektionsfläche für eine Zukunft, in der das menschliche Original irgendwann nicht mehr auszumachen ist. (weitere Vorstellungen am 19. November 2021; 19.00 und 21.30 Uhr)

Kollisionskurs

Große Maschinen machen Musik bei "Ramkoers" von BOT aus den Niederlanden, die am 19. November um 20 Uhr im Science Dome der experimenta zu sehen sind. "Ramkoers" bedeutet auf Niederländisch Kollisionskurs. Und damit machen die Bandmitglieder von BOT in ihrer Musik-Objekt-Performance ernst: Rostige Ölfässer, Fallrohre, klappernde Eisenbeschläge und maschinenähnliche Musikapparate bewegen sich wie von Geisterhand. BOT lädt mit großer Maschinerie und zarten Liedern zu einem visuellen und musikalischen Abenteuer ein. Mit herzerwärmenden Kompositionen und einer gehörigen Portion Humor sorgen sie für überraschende Effekte. (weitere Vorstellung am 20. November 2021; 20 Uhr)

Selbstversuch


"Auf Zucker!": Zu einem "Selbstversuch in sieben Süßigkeiten" lädt das Fundus Theater Hamburg Kinder ab 4 Jahren am 20. November um 11 und 15 Uhr in den Kubus der experimenta ein. Hier ist Mitmachen gefragt. Anhand von sieben Süßigkeiten testen das Publikum und die Schauspieler, was genau eigentlich Zucker ist, was er im Körper macht und was ein Stück Zucker für spannende Geschichten über seine Herkunft zu erzählen hätte. (weitere Vorstellungen am 21. November; 11.00 und 15.00 Uhr)

Performance 

Eine außergewöhnliche Lecture-Performance hält die Züricher Compagnie Maß und Fieber am 20. November in der BOXX des Theaters Heilbronn. Ausgehend von einem bahnbrechenden Punkt der Menschheits- und Wissenschaftsgeschichte, der Mondlandung 1969, spricht die MFO-Wissenschaftlerin Celeste Abernathy 50 Jahre später über diesen großen Moment und spannt in ihrem Vortrag einen Bogen von Apollo 11 zu Westworld, von Donna Haraway bis zum Voight-Kampff-Test. Sie nimmt das NASA-Unterfangen noch einmal ins Visier, forscht nach Fischen und Kriegen, nach Evolution und Revolution und Künstlicher Intelligenz. Und sie landet immer wieder bei der einen Frage: Was ist der Mensch?

Wonderland-Trilogie 

Beim ersten Festival "Science & Theatre" im November 2019 sorgten half past selber schuld mit "Kafka in Wonderland" für Begeisterung. Nun ist das deutsch-israelische Künstlerduo mit dem zweiten Teil der Wonderland-Trilogie beim Festival zu Gast. Am 21. November zeigen sie um 20 Uhr im Komödienhaus ihr Stück "The Last Mortal", in dem es um ein zentrales Thema der Menschheit geht – den Kampf gegen Krankheit und Tod. In einem perfekten Mix aus Video, Schattenspiel, Figuren- und schwarzem Theater erzählt das Kollektiv aus Düsseldorf von einer Zukunft, in der nicht nur Menschen optimiert sind. Dem Konzern "Wonderland Incorporated" ist es gelungen, nahezu alle Probleme der Welt zu lösen. Big Data organisiert alle Abläufe des Lebens, Krankheiten werden durch Nano-Bots bekämpft, mit Terraforming wurde der Klimawandel gestoppt und die Virtual Reality bietet grenzenlose Unterhaltung. Ein hoffnungsvolles und zugleich verstörendes Szenario, welches das gesamte Spektrum des wissenschaftlichen Fortschritts untersucht.

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