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KINA - Vorsicht beim Böller-Kauf

Damit es nicht nach hinten losgeht

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Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) warnt deutlich vor illegalen Silvesterraketen und -böllern. "Ein illegaler Knallkörper enthält oft nicht nur Schwarzpulver, sondern ist mit einem viel stärker reagierenden Blitzknallsatz gefüllt", mahnt Heidrun Fink, Prüfleiterin der BAM in Berlin.

Während ein geprüfter Knallkörper, der versehentlich in der Hand angezündet werde, leichte Verbrennungen hervorrufe, könne ein illegaler Knaller schwere Verletzungen bewirken. Die BAM empfiehlt deshalb dringend, beim Feuerwerkskauf auf die Registriernummer und das CE-Zeichen plus Kennnummer der Prüfstelle zu achten. Erstmals ist der Aufdruck der speziellen BAM-Identifikationsnummer nicht mehr Pflicht, denn die Feuerwerkskörper werden nun europaweit von 16 Stellen geprüft. Darunter ist auch das BAM. Aber auch andere von der EU-Kommission ausgewählte Prüfstellen in Polen, Ungarn oder Spanien dürfen Feuerwerk für den deutschen Markt prüfen.

Laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland geprüfte Ware unter anderem an der Kennzeichnung BAM P I oder P II plus einer vierstelligen Zahlenreihe (zum Beispiel BAM - P II - 1912) zu erkennen. Europäische Ware trägt das CE-Zeichen mit Prüfnummer. Diese Zulassung bedeutet aber nicht, dass die Feuerwerkskörper ungefährlich sind, sondern dass man mit Krachern und Raketen bei sachgerechter Verwendung sicher hantieren kann.


 

Prüfnummer


Von Feuerwerkskörpern ohne amtliche Prüfnummer sollten Kunden lieber die Finger lassen, empfehlen auch die Verbraucherschützer. Sie entsprächen meist nicht den üblichen Sicherheitsstandards. Auch lasse die Qualität häufig zu wünschen übrig: Zum einen drohen Fehlzündungen, zum anderen ist die Sprengkraft oft deutlich heftiger als erwartet. Feuerwerkskörper ohne amtlichen Segen stammen zum Beispiel aus Osteuropa, Dänemark oder den Niederlanden. Einfuhr und Verkauf dieser illegalen Waren sind nach Paragraf Fünf des Sprengstoffgesetzes verboten. Wer Knaller ohne Zulassung zündet, verhält sich ordnungswidrig und kann für mögliche Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden.

Feuerwerk darf in diesem Jahr ab heute und bis zum 31. Dezember verkauft werden. Laut Handelsverband Baden-Württemberg dürfen nur Raketen, Party-Knaller, Schwärmer, Bengal-Artikel und weiteres sogenanntes Kleinfeuerwerk der Klasse II verkauft werden – und zwar nur an über 18-Jährige. Kleinstfeuerwerke der Klasse I wie etwa Knallbonbons oder Wunderkerzen sind das ganze Jahr über erhältlich.

Verletzungen gibt es immer wieder im Zusammenhang mit sogenanntem Verbundfeuerwerk, das Schwarzpulver und Glimmereffekte enthält. In diesem Jahr ist dieser Feuerwerkstyp nun im EU-Regelwerk definiert – mit genormten Prüfkriterien. "Ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit bei dem immer beliebter werdenden Feuerwerkstyp", sagte BAM-Pyrotechniker Christian Lohrer.


 

Lärm


Böller und Raketen dürfen in acht Metern Entfernung noch eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel erreichen, das entspricht in etwa einem Presslufthammer. Diese Höchstwerte sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen dem Gehörschutz. Zugelassene Feuerwerke halten die Grenzen ein. Trotzdem kann der plötzliche Knall die Ohren schädigen. Übrigens: "Das Abfeuern von Raketen ist vom 31. Dezember Null Uhr bis 1. Januar 24 Uhr erlaubt", sagt der auf Nachbarrecht spezialisierte Rechtsanwalt Oliver Mai. Wer außerhalb dieser Zeit zündet, riskiert bis zu 50 000 Euro Bußgeld. Bei Fest-Feuerwerken nach Silvester ist stets eine Sondergenehmigung erforderlich.


 

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