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Spendernot im Süden

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Nach Affären um Manipulationen bei Organtransplantationen hat die Bereitschaft zur Organspende im Südwesten weiter gelitten. Wurden 2012 noch 11 Organspender pro eine Million Einwohner gezählt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 9,2. Damit ist Baden-Württemberg bundesweites Schlusslicht, wie aus einer Mitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt vom Mittwoch hervorgeht. Der Bundesschnitt lag 2013 bei 10,9 (2012: 12,8) Spendern pro eine Million Einwohner.

 

Erschütternde Jahresbilanz

Die absolute Zahl der Spender im Südwesten sank von 119 im Jahr 2012 auf 98 im vergangenen Jahr. Der ebenfalls rückläufigen Zahl von 322 (2012: 374) gespendeten Organen standen nach Angaben der Techniker-Krankenkasse (TK) 1372 potenzielle Empfänger gegenüber. Nach Baden-Württemberg lag Bayern auf dem vorletzten Platz. Die DSO sprach von einer "erschütternden" Jahresbilanz 2013. Kein Patient müsse in Deutschland befürchten, wegen seiner Bereitschaft zur Organspende von den Ärzten zu früh aufgegeben zu werden.

Das Sozialministerium hofft, dass seine Maßnahmen auf längere Sicht beitragen, die Spendenbereitschaft zu steigern. Ministerin Katrin Altpeter (SPD) sagte: "Wir haben nach dem Organspendenskandal in Regensburg und Göttingen in Baden-Württemberg alles getan, um Vertrauen wiederherzustellen." An jedem der fünf Transplantationszentren im Land sei das Sechs-Augen-Prinzip eingeführt, so dass über eine Transplantation drei Ärzte entscheiden.
 

Aufklärung


Überdies stellte das Land für die Qualifizierung der Transplantationsbeauftragten an den Kliniken sofort 300.000 Euro bereit. Außerdem sei klargestellt worden, dass an den Transplantationszentren im Land keine fallzahlabhängigen Bonuszahlungen an die Ärzte fließen dürfen, erläuterte Altpeter.

Nach weiteren DSO-Angaben ging auch die Zahl der Transplantationen auf 444 nach 470 im Jahr 2012 zurück. Besonderer Bedarf besteht laut TK bei den Empfänger nach Nieren (945 Patienten), Lebern (250), Herzen (118) und Lungen (64). Auf der Wartelisten stehen auch 17 Jugendliche unter 18, davon warten zwölf auf eine Niere.

Die Kasse registriert eine Verunsicherung der Menschen beim Thema Organspende, der mit stärkerer Aufklärung begegnet werden müsse. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen die Kassen ihre Versicherten alle zwei Jahre informieren. Dieser Rhythmus gilt solange die Erklärung zur Organspende noch nicht auf der elektronischen Gesundheitskarte vermerkt werden kann.
         

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